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König Alkohol
Bereits aus dem Gesagten offenbart sich die Absurdität der Drogenprohibition. Noch viel schlimmer allerdings wird es, wenn man sich das Schindluder vergegenwärtigt, den die angeblich auf die mentale Gesundheit ihrer Mitglieder bedachte Gesellschaft mit dem Alkohol betreibt. Während man einerseits hysterische Bekenntnisse gegen die so genannte `Rauschgifte` ablegt, propagiert man anderseits den masslosen Missbrauch dieses schweren Narkotikums, das in der modernen Gesellschaft ein Image als harmloses Genussmittel geniesst(*). Dieses nachweisbar mörderischste, aggressivste und gefährlichste Rauschgift, das die Menschheit kennt, wird nicht nur legal gehalten, sondern auch kultisch behandelt und mit einer Reklame bedacht, die der Waschmittelwerbung auch in der Blödheit schon längst den Rang abgelaufen hatte. Was Wunder, dass die Welt in Alkoholexzessen schwelgt, und die Droge jahraus-jahrein mehr Opfer fordert als alle aktuellen Kriege zusammen.
*Es gab eine Zeit, da pflegte die bundesdeutsche Fussballmannschaft die kriminelle Geschmacklosigkeit, in Stadien aufzutreten, deren Banden mit dem Slogan `Keine Macht den Drogen` beklebt gewesen sind - flankiert von Alkoholwerbung.
Alle Welt also säuft und die Gesetzgeber gehen mit `gutem` Beispiel voran: den Bundestag darf man unwidersprochen `eine unglaubliche Alkoholikerversammlung` (Joschka Fischer) nennen, und den Medien sind die Meldungen der groteskesten Art zu entnehmen, über die Politiker, die auf allen Vieren durch die Flure der Abgeordnetenhauses ihren Sekretärinnen nachjagen, oder die Gangways kopfüber hinunterkullern - offensichtlich war der selige F.J. Strauss nicht der einzige demokratische Leader, der zum Nippen nichts taugte. Man versteht die Nöte von Frau Süssmuth, die (irgendwann Ende 80. Jahre war es) das Heil für den Alkoholikerparlament einzig noch in den Suchtberatern sah, die sie diesen Nachkommen Cambyses' zur Seite stellen wollte. Die US-Politiker sollen jedoch, was es Saufen angeht, um einiges schlimmer dran sein; liest man von den exzessiven Sauforgien jener unanonymen Alkoholiker, so stehen einem die Haare zu Berge bei dem Gedanken, dass solche Suchtbolzen über das Vernichtungspotential im Overkill-Format verfügen... Und als Jelzin - ich rede von jenem gleichen Jelzin, der, besoffen, in den Moskwa-Fluss zu fallen pflegt! - erstmals die USA besuchte, konnte die römische La Repubblica nichts als Witze darüber reissen, wie der Russe die Staaten in einen einzigen, 6000 Kilometer langen, Tresen verwandelt hat, auf dem er die Perestrojka mit Wodka-Aroma verkaufte. Nun ja: in vino vanitas! Prost! Aber die Politiker sollten lieber vor der eigenen Tür kehren! Man sollte ihnen vielleicht mit der Bibel kommen; mit Matthäus 7.3 etwa: “Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr den Balken in deinem Auge?”
Jedenfalls ist Alkohol in das moderne Leben dermassen integriert, dass man ihn nicht mehr als Rauschgift wahrzunehmen vermag. Er ist überall anwesend, ohne ihn macht man keinen Schritt durch den Tag und das Leben, selbst wenn man erklärter Abstinenzler ist. Im Radio laufen stundenlang Sendungen mit den Trinkliedern und kaum ein Film oder TV-Sendung, wo nicht tüchtig gesoffen wird. Man geht auf die Strasse: so gut wie jeder, der da vorbeikommt, egal ob jung oder alt, gleich ob Männlein oder Weiblein, zieht eine Alkoholfahne hinter sich - für meine hochsensible Haschaschin-Nase gestaltet sich jeder Spaziergang zu einer permanenten Beleidigung. Auf Schritt und Tritt stolpert man über Deliriums-Zombies und halbverweste Alkoholkadaver; in jedem dritten Gebäude ist eine Alk-Spelunke untergebracht; die Läden sind mit Alkoholika voll gestopft. Wohin man nur schaut - überall Alkoholwerbung: Sauft dies! Sauft das! Sauft was das Zeug hält!... Und auf dem Rummelplatz erst! In den Bierzelten, etwa! Da spielt die Kapelle `Ein Prosit!...`, dann wird auf Kommando gesoffen: `1, 2, 3 - G'suffa!` - alle heben ihre Krüge und giessen das Rauschgift in sich hinein. (Währenddessen stehen in der Ecke der Zeltwirt, Brauereibesitzer und Lokal-Politiker, der den Fassanstich gemacht hat - und reiben sich die Hände! - der Rubel rollt... Derweil sitzen in ihren Drogengulags Armeen von Menschen, die jahrelang vergewaltigt werden, weil sie Haschisch geraucht haben!...)
Vergegenwärtigt man sich noch des lächerlichen Kultes, den man um dieses Kloakenrauschgift aufgebaut hat, all jene mystifizierten Rituale und feierlichen Handlungen drumherum, dann erscheint eine Gesellschaft, die sich gleichzeitig in überspannte Verfolgungshysterie gegen andere Drogen steigert, nicht lediglich absurd. Da ist es nicht mehr notwendig, noch länger an dem feinen Lack zu kratzen, mit dem die Drogengesetze im Regenbogenspektrum der angeblichen Humanität schöngefärbt sind, um festzustellen, dass sie nur die subtile Version jenes gleichen sozialen Hasses sind, den die Humangesellschaft in ihrer Geschichte den anderen Rassen, Religionen und Meinungen entgegengebracht hatte.
Killer Alkohol
Beschäftigen wir uns aber näher mit dem Alkohol. Zunächst möchte ich betonen, dass ich - ein Alkohol-Abstinenzler und -Verächter wie aus dem Bilderbuch - gegen Alkohol an sich überhaupt nichts habe. Wer ihn mag, soll ihn auch geniessen dürfen; wer sich damit zu Grunde richtet, ist es selbst schuldig, das ist vor allem sein individuelles Problem. Genauso aber verhält sich mit jeder anderen Droge auch. Darum bin ich extrem empört angesichts des, von dieser Alkoholiker-Gesellschaft ausgeübten Drogen-Faschismus. Es ist ja mehr als unverschämt, dass man im Auftrag dieses so genannten `Genussmittels` Hanf und andere Drogen dämonisiert und verfolgt. Wenn schon dieses absolute Todesnarkotikum legal ist, dann dürfte man den, an sich weniger gefährlichen, Opium nicht verbieten, und noch viel weniger die halluzinogenen Drogen. Oder anderswie gesagt, wenn schon Haschisch-Dealer jahrelang im Knast schmachten müssen, dann dürfte man - würde man als Gesetzgeber mit dem Begriff `Verhältnismässigkeit` etwas anfangen können - für die Gastwirte und Alkoholproduzenten dringend die Todesstrafe einführen.
Der Alkohol ist der Hauptgrund für die Verfolgung anderer Drogen. Die Prohibition wird nämlich im Rahmen einer conspiratio alcoholica aufrechterhalten, die aus den Alkoholproduzenten und -dealers, Politiker der Alk-Lobby, sowie ihnen hörigen Wissenschaftlern und Medien besteht. Mit dem durch das Fachgerede der Wissenschaftler angereicherten Geschrei, das in seltener Eintracht vereinigten Medien gegen die so genannte `Rauschgifte` veranstalten, und nicht zuletzt durch gleichzeitige Alkoholwerbung, mit der sich die Medien ihre Mitarbeit entlohnen lassen(*), wird der Alkoholwahn der Gesellschaft kaschiert. Indem man vom Elend der anderen Drogen redet und jene Tausend Opfer des BtM-Gesetzes nach der schäbigsten Krokodilart beheult, lässt man dem Volke keine Zeit zur Besinnung zu kommen, um sich der Tatsache bewusst zu werden, dass im gleichen Zeitraum Zig-Tausend Alkoholleichen anfallen und die Psychiatrie unter dem Ansturm der Deliriumwracks schier zusammenbricht. Gleichzeitig wird per Werbung vorgegaukelt, Alkohol ist überhaupt keine Droge.
*Über den Daumen gepeilt, dürfte allein der Spiegel jährlich an die Zig-Millionen Euro aus der Alkoholwerbung einstreichen. Was Wunder, dass sich diese Bild für Eierköpfe so begeistert über die Rauschgiftgefahr auslässt.
Die Praxis der Ablenkung kann man an einem kleinen Beispiel gut ausleuchten. Es geht um Drogen und Familie. Man kennt jene herzzerreissenden Reportagen - es gibt sie, querbeet durch die Medien, wohl ein Dutzend wöchentlich davon - wo von den Eltern die Rede ist, die gegen die satanische Übermacht des Rauschgiftes (meist stellt es sich dann heraus, dass es um einfachsten Shit geht!) um ihre Kids kämpfen. Die schiere Vergeblichkeit solcher Anstrengung ist dicke unterstrichen und die Moral der Geschichte zwingt sich von selbst auf: die `fehlgeleitete Kinder` vernichten im Auftrag der internationalen Rauschgiftverbrechermafia - OHA! - die, ach so heile, Familie.
So weit so gut... Bedenke man nun aber, dass es in der Bundesrepublik etwa Hunderttausend Heroinabhängige gibt, und wenn man auch annimmt, dass die Hälfte von ihnen Jugendliche sind, die noch in der Familienobhut leben, so wären dies höchstens schlappe fünfzig Tausend, die ihre - erwachsenen! - Eltern `terrorisieren`. Zugleich aber gibt es hierzulande Millionen von Alkoholikern, wovon etwa achtzig Prozent Erwachsene sind, die meist auch Kinder haben. Wann hat man aber eine Reportage gelesen, wo die Nöte dieser vernachlässigten, misshandelten, ganz übel bestellten Kinder aufgetischt werden? Dabei handelte es sich durchaus um die Minderjährigen, ja Klein- und Kleinstkinder, die nicht die minimalsten Chance haben, sich gegen die rabiaten, alkohol-aggressiven Erwachsenen zu wehren! Darüber aber, darüber schreibt niemand, darüber gibt es keine rührselige TV-Features...
Der Grund solcher Diskrepanz in der Information der Öffentlichkeit ist natürlich in den Interessen der Alkoholindustrie zu suchen. Die Reportagen dieser anderen Art wären nicht im Sinn der Alkohol-Wirtschaft und falls den Medien ihre Alkohol-Werbegelder lieb sind (die - nebenbei - aus der Vergiftung und Ermordung der Menschen stammen, aber das geht wohl nur die Immoralisten unter uns etwas an, oder?), so kommen sie erst gar nicht auf die Idee, darüber zu berichten. Ihre Aufgabe ist es, eine heile Alkoholwelt zu suggerieren, die von `kriminellen Rauschgiften` bedroht wird.
Ohne eine Alkoholdiskussion kann es zu keiner ernsthaften Drogenauseinandersetzung kommen. Vor allem ist es notwendig, den Alkohol als das wahre Wahnsinns- und Killerrauschgift zu erkennen, das sich in den westlichen Nationen nur deshalb scheinbar milder als Heroin auswirkt, weil es
a) legal ist
b) in den Stoffwechsel eines durchschnittlichen Europäers (beziehungsweise Nordamerikaners oder Japaners) genauso zwingend gehört wie die Steuerungshormone oder Desoxyribonukleinsäure auch, und
c) weil die Folgen stillschweigend übergangen werden.
In den Ländern jedoch, wo andere Drogen Tradition sind - das bedeutet: weite Gebiete Asiens und Südamerikas, fast ganz Afrika und der ganze Pazifik-Raum - `räumt` das Kloakenrauschgift mit der Effizienz einer Pest auf. Nicht zufällig nennen die Afrikaner den Alkohol Kill-me-quick.
Will man also begreifen, was Killmequick tatsächlich für ein Rauschgift ist, schaue man sich in Afrika oder Südostasien um - in beiden Gebieten ist man erst durch die Kolonialherrn und modernen Imperialmerkantilismus mit dem ätzenden Gift in Berührung gekommen -, erst danach darf man von der Rauschgifthölle reden!(*) Warum also - die Frage geht an unsere Politiker - gelten die edle Humanmotive und Jugendfürsorge in deren Namen hierzulande die Haschischraucher brutal vergewaltigt werden, für die Jugend der 3. Welt nicht? Sind jene Jugendlichen weniger wert, wenn man ihretwegen nicht auf die Barrikaden geht und Whiskey-, Cognac- und Ginproduzenten und -dealer, die jene Jugendlichen mit dem, ihnen absolut unbekannten Rauschgift zugrunde richten, nicht als Mafiosi und Mörder beschimpft und für sie die Todesstrafe fordert. Oder warum lassen die westlichen Politiker jene Länder nicht selbst zu entscheiden, ob sie Alkohol haben wollen oder nicht? Als sich nämlich Thailand und Burma, wo Opium traditionelle Kulturdroge ist beziehungsweise war, weigerten, den Alkoholhandel zu erlauben, wurden sie unter der Androhung von Gewalt gezwungen, ihre Märkte zu öffnen. Im Sinn von freiem Handel mag das ganz in Ordnung sein, obwohl dabei (wie auf Philippinen, manchen pazifischen Inseln und Indonesien geschehen) ganze Inseln regelrecht entvölkert wurden. Wo bleiben aber die Regeln des freien Marktes, wenn es um Opium, Kokain und Hanf geht?
*“In den letzten zwanzig Jahren hat sich der Weltkonsum alkoholischer Getränke verdoppelt, wobei die Steigerungsrate für Asien, Afrika und Lateinamerika bei vierhundert Prozent liegt.” meint Gunter Amend und führt weiter aus: “In den Elendsviertel Nairobis sind sechsundvierzig Prozent der Männer und vierundzwanzig Prozent Frauen als Alkoholiker zu bezeichnen. Auf dem Land ist Verhältnis von siebenunddreissig Prozent Männer und vierunddreissig Prozent Frauen.”
Nun ist der Alkohol aber auch in Europa keinesfalls jenes `Genussmittel`, als welchen ihn die Alkoholwirtschaft, ja selbst das Verfassungsgericht, stilisieren möchte. “Als während der 2. Weltkrieges der Alkoholverbrauch wesentlich zurückging, senkte sich die Insassenzahl der Irrenanstalten um ein Viertel.” schrieb Georg Sigmund (`Der Mensch im Rausch`). Er behauptete auch, dass mehr als die Hälfte aller Verkehrsunfälle in Frankreich infolge des Alkohols geschehen, dass etwa vierzig Prozent der Verurteilten Verbrecher Alkoholiker sind und gar siebzig Prozent der Sexualtäter...
Stichwort Karneval steht für Alkohol. Allein zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag hat jede Kölner Klinik tagtäglich fünfzig bis sechzig Alkoholkadaver zu verkraften; besonders erschreckend die Schätzung des Sprechers eines Krankenhauses, dass bis gut Drittel davon Jugendliche und - selbst zwölfjährige! - Kinder sind... Nach einem Witz gibt es in der Bundesrepublik nur trinkende Fahrer und fahrende Trinker, und die Bilanz dieses Horrors zieht der Stern: ”Jede zweite der 8216 Verkehrstoten des Jahres 1988 war das Opfer eines Promillefahrers.” - das macht dann über vier Tausend unschuldige Opfer des Alkohols im Vergleich mit jenen circa eineinhalb Tausend Opfer die Heroin, beziehungsweise das BtM-Gesetz, abverlangt. Dank der überstarken Lobby jedoch, die die Alkoholwirtschaft im Bundestag hat, wird der Alkohol trotzdem nicht einmal im Verkehr verboten, während die Haschischraucher, die mit ihrer Droge nicht sich selbst umbringen können, als Schwerstverbrecher auf Jahre hinterm Schloss und Riegel verschwinden. Haben die Herren Politiker eigentlich schon etwas von Logik gehört?
Anscheinend nicht. Denn: wenn in der Bundesrepublik etwa Hunderttausend Heroinuser aller Altersklassen existieren und gar doppelt so viele alkoholsüchtige Kinder, dann sprechen die Herren den reinsten Hohn, wenn sie behaupten, die Drogengesetze wären zwecks Jugendschutzes da.
Im Vergleich mit anderen Drogen lasse sich über den Alkohol noch einiges Nachteiliges feststellen. Die Gewaltpotenzen etwa, die im Alkohol stecken, lassen sich mit keiner anderen Droge vergleichen. Er ist eine Droge von geradezu archaischen Neandertaler-Aggressivität und Brutalo-Intoleranz. Nicht zufällig powern sich die, wegen ihrer brachiale Gewalt und Rücksichtslosigkeit berüchtigten, Fussballhooligans mit dem Kloakenrauschgift auf. Anderseits bürgt für die intolerante Seite des Alkohols der schon sprichwörtlich geworden Fremdenhass der Stammtische, der eindeutig faschistische Züge aufweist. Schliesslich entspricht auch der ungeheure soziale Hass, mit dem die anderen Drogen verfolgt werden, nicht von ungefähr den alkoholvernebelten Köpfen.
Hier auch etwas über die, oft bemühte, berühmt-berüchtigte Aggressivität, welche angeblich durch die Halluzinogenen hervorrufen wird. Die Psycho-Drogen rufen einzig eine enorm gesteigerte Nervenempfindlichkeit hervor. Gesteigerte Sensibilität ist freilich leichter erregbar. Und da man unter dem Einfluss solcher Drogen zugleich auch ehrlicher wird, so lässt man sich ohne besondere Rücksicht auf die heiligen Lügen der Gesellschaft `gehen` - das ist dann schon die ganze `Aggressivität`. Man darf sie aber kaum als klassische Aggressivität, als Gewalt also, auslegen. Eher ist das ehrliche Entrüstung, was jedoch nur recht und billig ist: diese verlogene Zeiten schreien geradezu nach ehrlicher Entrüstung. Auch diese Schrift ist, übrigens, im gleichen Sinn aggressiv.
Oder man stellt das Christentum und den Islam nebeneinander. Eine diese Religionen benutzte als Kult- beziehungsweise Kultur-Droge Alkohol, die andere Haschisch. Während das alkoholstimulierte Christentum mit Feuer und Schwert auf die Eroberung der Welt, Vernichtung der Fremdkulturen und Zwangsbekehrung der Heiden ging, arrangierte sich der haschischgemilderte Islam in der Regel mit den Fremdkulturen in eroberten Gebieten - seit Anfang des 8. Jahrhunderts gab es den so genannten `Omarvertrag`, der die Lage der Nichtmoslems in den vom Islam eroberten Gebieten regelte -, und gewährte den politisch hart Unterjochten eine kulturelle Freiheit, die das Christentum als beispiellos barbarische Religion entlarvt.
Drogen als Mörder
Als ganz schlimm aber entpuppt sich die Doppelmoral der Drogenhysterie erst, wenn man die legalen und verbotenen Drogen rational auf ihre Gefährlichkeit überprüft.
Vorhin wurde angedeutet, dass der Alkohol bei weitem die gefährlichste aller Drogen ist, und diese Behauptung ist, so unglaublich sie auch anmuten mag, leicht zu beweisen(*). Von der durch ihn verursachte Zellenzerstörung - eine Nebenwirkung, die sonst keine andere Droge aufweist; besonders Gehirn leidet darunter - einmal abgesehen, ist er auch der Zahl der Todesopfer nach den Opium-Derivaten haushoch überlegen. Sein mörderisches Treiben kann man am Beispiel der BRD gut erläutern, wo nach verschiedenen Quellen pro Jahr etwa 40 Tausend Todesopfer anfallen, was auf etwa 2 Millionen chronische Säufer eine Todesrate von ca. 2% ergibt. Zwar ergeben die um die 100 Tausend Heroinsüchtigen knapp 2000 Opfer per anno, also auch um die 2%, doch darf man nicht vergessen, dass die Illegalität die Gefährlichkeit der Drogen um einiges potenziert. So gab es während der US-Alkoholprohibition wesentlich mehr Opfer des Alkohols als nach seiner Legalisierung. Und nicht zufällig ist in der Bundesrepublik, wo Drogen erbittert verfolgt werden, auch die höchste Rate der Herointoten zu verbuchen. Nach dem, schon erwähnten Geo-Sonderheft, sterben in den Niederlande, wo Heroin billiger ist und man es leichter bekommt als in Deutschland, statistisch gesehen nur ein Drittel der bundesdeutschen Opfer.
*“Dabei ist Alkohol, gemessen an den Langzeitwirkungen und körperlichen Folgeschäden, vermutlich das schädlichste unter den bekannten Rauschmittel.” schrieb Geo in seinem Sonderheft `Sucht und Rausch`.
Selbstverständlich fällt es mir nicht ein, Heroin zu bagatellisieren. Das würde ich mir nicht einmal mit Haschisch erlauben; vor Drogen, vor jeder Droge ist es angeraten, Respekt zu haben. Einzig bin ich bemüht, die mystifizierten Sachverhalte richtig zu stellen. Und ich verstehe die Eltern, die sich wegen ihrer Heroinsüchtigen Kinder aufregen. Trotzdem muss ich gleichen Eltern fragen, wie sie auf Alkoholsüchtige Kinder reagieren würden? Denn diese Alternative stellt sich bei einem Junkie durchaus ein: die Menschen, die den Weg in eine Sucht finden, sind keinesfalls unschuldige, verführte Opfer gewissenloser Dealer-Verbrecher, sondern in der Regel für die Sucht prädestiniert. Es steht dahingestellt ob durch die Erziehung, Vererbung, Milieu-Einflüsse, politische Situation, besondere Umstände; es sei dahingestellt wie, es steht fest, dass sie es sind. Darum ist es beinahe mit einer hundertprozentigen Sicherheit anzunehmen, dass es ausschliesslich potentielle Alkoholiker sind, die auf der Nadel landen... Nehmen wir nun an, so ein Mensch `entdeckt` kein Heroin und hängt sich an die Pulle. Was würden die Eltern da sagen? Ein Säufer ist nämlich nur in einem einzigen Punkt besser gestellt als ein Junkie: sein Rauschgift ist legal. Das ist dann aber alles, ansonsten hat er alle Probleme, die, die auch ein Junkie hat - meiner Ansicht nach sind die (von wegen der Gehirnzerstörung und so) noch um einiges schwerwiegender. Auch ein Säufer lebt ausschliesslich für seine Sucht. Dass er nach aussen weniger Probleme zu haben scheint, liegt einfach daran, dass er im jeden Augenblick, überall und ohne kleinste Schwierigkeit an sein Rauschgift herankommt. Er braucht dafür nicht einmal zu arbeiten, ganz zu schweigen von kriminell zu werden: zur Finanzierung seiner Sucht reicht in der Regel bereits die Stütze vom Sozialamt oder eine Stunde Schnorren in der Fussgängerzone - billigen Fusel gibt es schon für eine Handvoll Kleingeld. Bei einem Junkie sieht die Sache wesentlich anders aus - verzweifelt anders! Durch die primitiv-barbarische Verfolgung und damit verbundene Risikofaktoren in astronomische Höhen getriebene Drogenpreise schaffen ihm vollends. Wer tagtäglich Summen aufbringen muss, die sein Einkommen um ein mehrfaches übersteigen, der hat keine ruhige Minute mehr, den machen bereits die Sorgen kaputt, der muss irgendwann auf die schiefe Bahn geraten. Das Drogengesetz also - und nur das! - ist der Faktor, der die angebliche Drogen-Kriminalität bedingt.
Also sollten sich die Eltern nicht wegen des Heroins aufregen. Und auch wegen der Dealer nicht - die tun nichts anders, was auch die Kneipenwirte oder Apotheker tun. Wegen der Gesetzgeber sollten die Eltern auf die Barrikaden gehen - die sind am Tod ihrer Kinder schuldig! Heroin gibt es, und es ist eine absolut lächerliche Illusion zu hoffen, es verbieten zu können; es gibt keine Kraft und keine Macht, die irgendwelche Drogen zu verbieten vermag. Aus dem Grund bedeutet erst ein Drogenverbot die eigentliche Drogenmisere.
Die meiste toten Junkies gehen dann auf das Konto des BtM-Gesetzes, das sich somit als wahres Killergesetz entpuppt. Wie dem Fachmann bekannt, sind etwa die Hälfte aller Heroinopfer schlichte Selbstmörder, die weniger an den Problemen mit der Droge selbst gescheitert sind als vielmehr an den enormen Zwängen der kriminalisierten Szene und dem mörderischen Druck der gesellschaftlichen Hysterie. Von den übrigen Herointoten entfällt wiederum etwa die Hälfte auf die Unfälle, die aus Unkenntnis bezüglich der Reinheit des Stoffes passieren - die illegale Drogenszene pflegt nicht am jeden Drogenpäckchen den Reinheitsgrad anzugeben; man stirbt auch an verschiedensten Fremdsubstanzen, die man dem Heroin beimischt, um es zu `strecken`, um den Profit zu erhöhen.(Das Problem ist allen illegalen Drogen immanent. So wurde dem berühmt-berüchtigten Moonshine-Whiskey der Prohibitionszeiten auch allerlei beigemischt, nicht selten hochgiftige Substanzen wie etwa Schwefelsäure. Die Folge solcher Panscherei waren Todesraten, die um das Zigfache die des Heroins übersteigen.)
Was verbleibt, also nur etwa 0,25% aller Heroin-User, darf man als tatsächliche Opfer der Droge ansehen - ihr Organismus verkraftete sie nicht. Statistisch gesehen kommen also auf jeden Herointoten etwa vier bis sechs Alkoholleichen. So gesehen ist das BtM-Gesetz der Ausgleich für die Gefahren des Alkohols: Alkohol vernichtet seine Opfer selbst - bei anderen Drogen tut das das Gesetz. Das Ganze erinnert eigentlich an das Mittelalter, wo es hiess: Damit du nicht im ewigen Feuer der Hölle schmoren musst, reinigen wir dich von der Sünden, indem wir dich zur Lebzeit verbrennen; heute heisst es: Ehe dir die Drogen Probleme bereiten können, machen dir unsere Gesetze das Leben zur Hölle.
Noch um einiges absurder sieht ein Gefahrenvergleich zwischen Alkohol und Kokain aus und ganz und gar verrückt, wenn man diesbezüglich Alkohol und Haschisch vergleicht(*). Zwar hat sich das Image des Hanfes unter dem Druck der Tatsachen heute leicht verbessert, doch darf man nicht vergessen, dass die Politiker, Medien und so genannte `ernsthafte Wissenschaftler` noch gestern den Haschisch als wahnsinnverursachendes Todesrauschgift verleumdeten, wo bereits das Rauchen eines Joints ausreicht, um heillos süchtig zu werden und für immer verloren zu sein. Und auch heute noch versuchen es die abgebrühtesten Profihetzer mit unverschämtesten Diffamierungen, so ein Richter Crolla vom Landgericht Aachen. Verkrampft bemüht, diverse juristische Dürftigkeiten, mit welchen er ein Schandurteil zu begründen suchte, plausibel erscheine zu lassen, behauptete er, mit sechs Kilogramm Haschisch vermag man eine Kleinstadt zu vergiften! Ich weiss nicht, ob er sich da nicht sich selbst lächerlich vorkam - rot wurde er jedenfalls nicht... (Der arme Sünder aber, den er da so brutal vergewaltigte, der hob andächtig die Augen gen Himmel; vielleicht wollte er von höheren Gewalten ein pater peccavi für den Armen im Geiste erbitten.) Man muss sich aber im Ernst fragen - und das ist eine sehr wichtige Frage! -, wie es mit dem Urteilvermögen eines Menschen bestellt ist, der mit dem Denken - oder gegebenenfalls mit der Ehrlichkeit - dermassen auf dem Kriegsfuss steht?! Wieso darf so ein Mensch, der entweder ein Dummkopf oder aber ein Schuft ist, ein Richteramt innehaben?
*Bei den, von Prof. McGlothlin mit den Raten durchgeführten Versuchen, lag die Lethaldosis des THC bei 1,5 Gramm THC je Kilo Körpergewicht (Quelle: Solomon `The _Mariuana Papers`). Das heisst, dass die Tötungsdosis eines normalgewachsenen Menschen bei rund 100-110 Gramm THC liegen würde - einer THC-Menge, die in etwa 3-3,5 Kilogramm Haschisch mittlerer Qualität enthalten ist. (Zum Vergleich: die Lethaldosis des Aspirins beträgt 1,1 Gramm/Kilogramm.)
Von Hanf ist die Rede
Hanf ist - in meiner Eigenschaft als advocatus diaboli behaupte ich dies ohne Einschränkung und stehe jedem für eine Diskussion darüber zur Verfügung - ein Halluzinogen, eine Psycho-Droge also, die weder eine körperliche Sucht verursacht noch anderswie tödlich ist, dabei noch exorbitante Heilpotenzen aufweist und ein traumhaftes Denkpotential freisetzt.
Dazu kommt noch die so genannte `paradoxe Toleranz` des Hanfs: eine beliebige Dosis der Droge - auch über längere Zeiträume eingenommen - wird vom Körper nicht toleriert, es stellt sich darum, anders als beim etwa Alkohol, kein Wunsch ein, sie ständig zu erhöhen.
Für die sozial-medizinische Unbedenklichkeit des Hanfs benötigt man keinen besseren Beweis, als die gängige Praxis in den Niederlanden, wo die Droge seit Jahrhunderten de facto legal be- und gehandelt wird, ohne dass die dortige Jugend vor die Hunde gegangen ist. Dieses Beispiel ungeachtet werden in der Bundesrepublik im Namen des angeblichen Jugendschützes die armen Haschaschins und ihr `Teufelskraut` wie letzten Bestien gehetzt, während man dem demokratischen König Alkohol, diesem verblödung-, delirium- und todbringenden Narkotikum, das zu schwersten körperlichen Sucht konditioniert und das Hirn zerstört, wahre Lobeshymnen singt – da hat man nichts dagegen, dass die Jugend säuft.
Dabei ist es nicht einmal notwendig, das Gerede eines Stammtisches mit der gepflegten Unterhaltung einer Hasch-Runde zu vergleichen, um herauszufinden, welche Droge die minderwertige ist; man schaue sich nur das Benehmen eines Besoffenen und eines Bekifften an - sofort ist klar: im Vergleich mit den Menschen, die Alkohol trinken, sind die Haschischraucher wahre Edelwesen. Die Infamie, dass man in solcher Konstellation einerseits von Trinkkultur (sic!) redet (wie die Damen und Herren vom Verfassungsgericht), und anderseits vom schweren, gemeinschaftgefährdenden Verbrechen, wird nicht einmal vom Politikergerede vom Hanf als `Umsteigedroge` relativiert. Würde Haschisch nämlich tatsächlich jemanden dazu bringen, auf gefährlichere Drogen umzusteigen, so gäbe es in der Bundesrepublik keinesfalls nur etwa hunderttausend Junkies - was bei circa 12-14 Millionen kiffender Deutschen rund 1,5 Prozent ausmacht, sondern etliche Millionen. Und ausserdem! Wäre Hanf tatsächlich eine `Umsteigedroge` - so what? Gäbe es so etwas wie `Umsteigedroge`, wäre sie bei weitem weniger gefährlich als das, an sich mörderische Rauschgift, das Alkohol unbestreitbar ist.
Alles in allem ist das BtM-Gesetz eine höchst unlogische, extrem absurde Angelegenheit: man darf die Drogen nehmen, die einen kaputtmachen, die mildere Stimulantia ist verboten. Einwandfrei also erinnert dieses vermaledeite Gesetz an Orwell. Nicht an die `1984` - nicht nur -, eher an `Farm der Tiere`. Da heisst es: Vierbeiner gut - Zweibeiner schlecht! Und in der Tat pflegen die Alkoholfans auf allen vieren zu laufen - sehe nur die Politiker.
Vom Einstieg und Umstieg
In der Drogendiskussion sind Begriffe `Einstiegs-` und `Umsteigedroge` sehr beliebt. Ob die beiden Begriffe überhaupt eine Substanz aufweisen wäre noch zu klären. Eins ist aber auch ohne eine besondere Klärung nicht zu verkennen: genauso wenig, wie Hanf eine Umsteigedroge ist, vermag er jemanden zum Einstieg in die Drogenkarriere zu animieren. Mit illegalen Drogen kommt man verhältnismässig spät in Kontakt; da sind die Vorstellungen von Drogen als Seelentröster, Konfliktlösung und Antriebsstimulans weitgehend formiert. Diese werden meist im zartesten Alter fixiert und diese Fixierung wird von dem Umgang mit den Drogen beeinflusst, die in der Familie herrscht.
Es ist nicht zu leugnen, dass die allererste Drogen, mit welchen die Kinder konfrontiert werden, Zigaretten, Alkohol und Tabletten sind. Die äusserst niedrige Hemmschwelle, die in der heutigen Gesellschaft den Umgang mit den legalen Rausch- und Suchtmitteln und -giften kennzeichnet, prägt das Drogenbewusstsein der Kinder. Die Sorglosigkeit, mit der sich die Erwachsene ihrer bedienen, signalisiert dem Nachwuchs die Harmlosigkeit nicht nur dieser Substanzen, sondern der Drogen im Allgemeinen. Der Griff zur Zigarette, Bierflasche oder Tablette wird somit für diese Kinder zur vorexerzierten Selbstverständlichkeit, ja zur Notwendigkeit wie das Essen oder Schlafen. Natürlich sind dann diese Kleinen auch für andere Drogen offen und zugänglich. Ein Umsteigen bedarf nunmehr kaum eines speziellen Auslösers; da ist bereits die Automatik der Vorgänge im Spiel: die Kids, die von zu Hause aus eines schlampigen Umgangs mit den legalen Rauschgiften gewöhnt sind, weisen auch für illegale Drogen eine niedrige Hemmschwelle auf. Je selbstverständlicher die Eltern mit dem Pils und Weinbrand, mit Marlboro und Aspirin umgehen, umso beiläufiger greifen die Kinder nach der Heroinspritze - so einfach ist das!
Das Problem liegt natürlich nicht nur in der Familie. Auch die Massenmedien, vor allem die illustrierten und visuellen, darf man wegen des undifferenzierten Umgangs mit den Drogen anklagen. Es genügt irgendeine Zeitung aufzuschlagen oder Fernsehen einzuschalten, um mit irgendeiner (Werbe)Flasche konfrontiert zu werden.
In der Regel, natürlich. Wie auf jedem Existenzgebiet so ist auch hier eine Generalisation der Vorgänge nicht möglich. Oft ist, zum Beispiel, der Trotz im Spiel, wenn die Sprösslinge an der Nadel landen. Nicht nur der Familie gegenüber, sondern auch der moralisch verkommenen Gesellschaft selbst. Mir sind persönlich einige junge Menschen bekannt, die ganz brave Haschischraucher gewesen sind und solche wohl auch geblieben waren. Als sie aber deshalb verhaftet und wie letzter krimineller Dreck behandelt, als sie Monaten ja Jahren in den Drogen-KZs psychisch gefoltert wurden, sagten sich manche von ihnen: jetzt erst recht! Natürlich sind das ganz dumme Reaktionen; doch wer von uns handelt ausschliesslich rationell? Nicht einmal die Politik, die sich so penetrant als die Grundbedingung der menschlicher Existenz aufgedrängt hatte, ist eine rationelle Angelegenheit, sondern fast durchwegs durch das emotionelle Empfinden der Politiker bedingt - meist sogar durch die niedrigste Emotionen, so durch Machtgier.
Vom Image der Drogen
Man könnte natürlich einwenden, dass die verbotenen Drogen nicht zufällig solch teuflisches Image geniessen. Und in der tat ist das kein Zufall! Was diesen schlimmen Ruf angeht, so darf man nicht vergessen, dass die Europäer, beziehungsweise die 1. Welt die so genannten `universellen Wahrheiten` der Menschheit definiert haben. Wo die Europäer nun mit den fremden Drogen in Kontakt kamen, konnten sie - da ausschliesslich an den Alkohol gewöhnt - mit solchen Substanzen überhaupt nicht umgehen. Die geistigen Potenzen, die etwa Opium, Koka und Cannabis freisetzen, sind um einiges intensiver und überwältigender, als die `erkenntnisstiftenden Potenzen des Alkohols` (Egon Friedell). Auf den, auf bedächtige Ordnung dressierten, europäischen Geist, wirkten sie eher als Anzeichen von Wahnsinn. Der Anschein wurde noch durch den Eindruck verstärkt, den die Europäer von den Menschen fremder Kulturen hatten. Jenen besassen andere Prioritäten, folgten einem anderen, ihren Nezessitäten angepassten, Lebensrhythmus, sind weniger auf Macht und mehr auf Ekstase bedacht gewesen, was den, auf Ordnung, Disziplin und Expansion gedrillten Westlern, als der reinste Urwahn vorkommen musste. So entstanden die Vorurteile, die heute noch in den Köpfen herumspuken und die Abneigung heftiger machen. Dabei ordnete bereits Nietzsche die Sachverhalte bezüglich der Drogen-Europäica und -Exotica, indem er, eher beiläufig, und in seinem Werk verstreuten kurzen Bemerkungen, diese im Sinn von ex oriente lux verglich.
Der einzige Einwand gegen die `anderen` Drogen, der tatsächlich ein Gewicht haben würde, wäre die Rolle, die die jeweilige Droge in bestimmten Kulturkreis gespielt habe. Man dürfte also sagen: Alkohol ist die Kulturdroge des Europäers; andere Drogen werden nicht zugelassen. Dann musste freilich in den Bereichen anderer Drogen Alkohol verboten sein. Dem ist aber nicht so. Auch in den Landstrichen mit ausgeprägter Opium-Kultur sind Opium und seine Derivaten unter (nicht selten Todes-)Strafandrohung verboten, während Alkohol auch dort in Strömen fliesst.
Aber auch anders zieht das angesprochene Argument nicht: die Multilateralisation der Welt bringt zwangsläufig die Multilateralisation der Kultur mit, und diese internationalisiert auch die Drogen. Im Sinn der zukünftigen Entwicklung der Menschheit ist das gut so, doch: wie die Thais, Hottentotten und Indios den Alkohol bekommen, so sollte auch Europäer exotische Drogen geniessen dürfen.
Alles in allem gäbe es nur einen einzigen vernünftigen Grund für die Drogenprohibition. Den hat David Cooper ausgemacht (in `Von der Notwendigkeit der Freiheit`). Er meint, es ist besser, wenn Drogen verboten bleiben, weil die Jugendlichen so gezwungen sind, sich in der Illegalität zu bewegen, dadurch im Umgang mit der Polizei `geschult` werden und auch eher über die Rolle nachdenken, die die `Ordnungskräfte` innerhalb der Gesellschaft spielen... Aber das werden kaum die Überlegungen sein, die die Obrigkeit auf die Idee brachten, bestimmte Drogen zu verbieten.
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