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Von der Unzurechnungsfähigkeit der Zeit
Dem Selbstverständnis jedes Zeitalters ist es gegeben, von sich und eigenen Ideen überzeugt zu sein; technisch gesehen ist das eine reine Vorsichtsmassnahme des Selbsterhaltungstriebes. Jegliche Zweifel an den Grundsätzen der jeweiligen Gesellschaft sind Kraft dieser Einstellung fehl am Platz. In der Öffentlichkeit formuliert muten sie sogar als die Judastat gegen die eigene Zeit an.
Aus sehr spezifischen Gründen ist diese Auffassung heutzutage besonders ausgeprägt. Politisch-soziale Erfolge der modernen Demokratie, und noch mehr die wohlstandsschaffenden guten Geister, die uns unsere rasch fortschreitende Wissenschaft aus ihren Retortenflaschen dienstbar gemacht hatte, geben dem modernen Menschen das unerschütterliche Gefühl, einen beachtlichen Grad an göttlicher Unfehlbarkeit erreicht zu haben.
Nicht, dass man ohne weiteres behaupten darf, dem sei es nicht so. Aber eben weil es so ist, leuchtet auch ein, warum der mit überaus stolzen Ansichten gewappnete Mensch von heute, noch viel weniger als seine Ahnen bereit ist, etwaige Irrtümer in seinen Denken beziehungsweise Handeln einzusehen, am allerwenigsten freilich jene, von grundlegender, essentieller Natur. Schon die leiseste Andeutung darüber, dass sich die moderne Gesellschaft in einem Zustand befindet, den Hoimar von Ditfurth als `...durch phobische Verdrängung motivierte aktive Abwendung von der Realität...` definiert, was im Klartext meint, dass man auch heute Massenhysterie betreiben könnte, würden die meisten entrüstet und entscheidend - sozusagen diskussionslos - von sich weisen. Immerhin sind wir durch pluralistische Medien auf hohem Niveau aufgeklärte Wesen!
Dass eben solches Denken die Vorbedingung für allerlei gesellschaftliche Sünden ist, darauf kommt man nicht. Meint man nämlich, dass die heutige Gesellschaft automatisch gegen jegliche Massenhysterie gewappnet ist, garantiert man nur, dass eine solche ohne weiteres möglich wird. Ohne Vorbehalt an irgendetwas zu glauben ist sicheres Anzeichen von Borniertheit. Diese wiederum ist die Grundlage von jeglichen Faschismus.
Zum Beispiel darf man davon ausgehen, dass die Gesellschaft der aufbrechenden Neuzeit von sich keine schlechtere Meinung hatte, als wir von unserer (wovon bereits die Schriften Luthers, Erasmus, Calvins und anderer religiösen Aufklärer zeugen). Trotzdem wurde da jede Andeutung darüber, dass die Hexenverfolgungen nur Massenhysterie bedeuten, als Angriff auf ihre fundamentalen Werte gedeutet. Und dass die moderne Gesellschaft dem gleichen sozialen Irrtum anheim zu fallen vermag, ist der eben abgeklungenen deutschen Geschichte zu entnehmen, wo sich die Nation ganz und gar in einer einzigen Massenhysterie formierte, um die Welt in Schutt und (Krematoriums-)Asche zu legen. Dabei handelte es sich um eine Nation, die anderseits durch ihre vielen Wissenschaftler, Aufklärer, Dichter und Denker auffällt, die sozusagen ein Zeugnis ihrer hohen Kulturvernunft abgelegt hatte.
Also kann sich eine partielle Unzurechnungsfähigkeit jederzeit als ein Übel herausstellen, das nicht nur Einzelindividuen, sondern auch Menschengruppen, Nationen, ja die ganze Menschheit zu überfallen vermag. Darum ist es keinesfalls von vornherein auszuschliessen, dass heute noch, wo sich der Mensch als Atomdompteur, Weltraumkonquistador, Mikromechaniker und Gen-Bastler in die Seinsdimensionen jenseits aller euklidscher Vorstellungen begibt, seine Seele gleichwohl im mittelalterlichen Dünkel schwelgen könnte und seine mit enormer Selbstüberzeugung behafteten Instinkte ihn in abgrundtiefen Hass gegen alles Andersdenkende, Andersstrebende, Andersgeratene treiben. Man darf sogar behaupten: je überzeugter man vom eigenen Weg ist, umso grösser die Gefahr, dass man durch anders geartete Regungen diesen Weg als bedroht empfindet. Und so sieht dann Konrad Lorenz auch das stolze High-Tech-Wesen, frei nach Nietzsche, als Hybride einer Pflanze und eines Gespenstes, also recht zwitterhaft: `... mit der Atombombe in der Hand und Instinkten der steinzeitlichen Urahnen im Herzen.` - eine abenteuerliche Kombination. Auch Arthur Koestler mokiert sich auf ähnliche Weise über den `Irrläufer der Evolution`: `Prometheus greift nach den Sternen - mit einem irren Grinsen im Gesicht und einem Totemzeichen in der Hand.`. Diese Beschreibungen treffen aber unbedingt zu, und eben solche Koinzidenz macht es möglich: das Mittelalter ist mitnichten vorbei, Auschwitz hat nie aufgehört zu existieren - wie eh und je in der Geschichte werden nicht minder heutzutage dem Moloch eines Gemeinschaftswahnes entsetzliche Menschenopfer dargebracht. (Eine Aussage, die auch bei den anderen Autoren gang und gäbe ist. Arno Gruen etwa schreibt wie folgt über den (deutschen) Faschismus: `Mit dem Ende des 3. Reiches wurden seine Voraussetzungen keinesfalls abgeschafft. (...) Heute geben sich diese Voraussetzungen mehr denn je den Schein von `Humanität` und `Menschenfreundlichkeit`.`)
Von den demokratischen Juden
Freilich ist die moderne Gesellschaft weit davon entfernt, Hexen zu verbrennen oder Juden zu vergasen. Daran hindern sie jene hochspezifischen Ansichten, die sie von der eigenen Humanität entwickelt hat. Und doch ist die Toleranz, die solchen edlen Denkansätzen eigentlich garantieren soll, weder allzu ausgeprägt noch abgesichert. Sarkastisch gesagt, ist die Menschheit dermassen human geworden, dass sie nun im Namen der Humanität die Andersdenkenden vergewaltigt. Hier darf ich an die so genannten `Rauschgifte` erinnern, die glatt im Namen der angeblich humanitären Überlegungen auf dem Index stehen, und die, zunächst einmal unerhörte, Behauptung aufstellen, dass heute eben diese die Rolle der Demokratischen Juden und Teufel der High-Tech-Zeiten spielen.
Gar so unerhört ist die Behauptung bei weitem nicht - wie wir gleich sehen werden. Um sie richtig zu erfassen, muss man sich die theologische Definition des Teufels näher ansehen, der als `Böse an sich` beschrieben wird, also als etwas, was grundsätzlich keine positiven Qualitäten aufweist beziehungsweise aufweisen kann. Da nun diese aufgeklärte Gesellschaft bestimmten Drogen keine guten Eigenschaften zugesteht, sie als an sich, also nur schlecht darstellt, so bedeutet dies ohne wenn und aber: die Gesellschaft, die sich kühl-sachlichen, absolut rationellen Denkens rühmt, betreibt hier vorurteilsvolle Dämonisierung. Das heisst, die Drogengesetze haben haargenau die gleiche rechtlich-logische Substanz, die auch den Rassengesetzen des 3. Reiches und dem Maleus Maleficarum des Mittelalters zugrunde lag.
Dass es sich im Fall Drogen um eine Dämonisierung handelt, ist bestens durch die Emotionen belegt, die bei der Drogenverfolgung eine erhebliche, wohl die erheblichste Rolle spielen. Bei ernsthaften Gefahren nämlich, bei den Super-GAUs, Öltankerhavarien, Sturmfluten oder Erdbebenkatastrophen, bei der Unbill also, welche die Menschheit tatsächlich bedroht, pflegen wir durchaus einen kühlen Kopf zu bewahren. Nicht aber in punkto Drogen. Hier ist bereits die Diskussion mehr von heissgelaufenen Herzen bestimmt und weniger von den nüchternen Gedanken. So ist die Hitze, die dabei frei wird, im Grunde von gleicher Qualität wie jene, die das Feuer der Scheiterhaufen und Krematoriumsofen lodern lies.
Mag die Praxis der Drogenverfolgung wie die schönste Gerechtigkeit anmuten; an den schlimmen Sachverhalten ändert das überhaupt nichts. Zwar ist sie eindeutig durch Gesetze abgesichert, doch was bedeutet das schon? Die Macht wusste sich schon immer die Gesetze zu geben, die sie brauchte. Auch Hexen und Juden wurden anhand von Gesetzen vergewaltigt, ohne dass dies von irgendwelcher Schuld der Betroffenen zeugte. Das ist ja das Problem mit dem Massenwahn, dass er immer neue, unerwartete, überraschende Formen annimmt, mit welchen er seine Illegitimität aufs Eindrucksvollste kaschiert. Vermutlich haben Hitler und seine Mannen den Hexenwahn genauso als mittelalterliche Unmenschlichkeit verurteilt, wie sie ihren eigenen Faschismus als reinrassige Notwendigkeit und heilige Pflicht darzustellen wussten. Nicht anders verhält es sich nun mit dem heutigen Menschen, der sich sowohl über den Hexenwahn wie auch über Judenhetze aufregt, und den eigenen Drogenrassismus als überlebenswichtig für die Menschheit verkauft.
Die moderne Version der Massenhysterie ist im direkten Vergleich mit der Judenhetze noch eindeutiger zu entlarven. Damals ging man von zwei Menschenrassen aus, von Ariern und Juden, und propagierte die ersten willkürlich als gut, gesund und wertvoll, während die zweiten als schlecht, (erb)krank und minderwertig diffamiert wurden. Heute sind die Drogen in legale und illegale aufgeteilt - willkürlich, natürlich. Denn: was gut und was böse ist, wird, da die Begriffe keine a priori erkennbare ethischen Qualitäten aufweisen, stets willkürlich, dass heisst primär aus der Sicht der Macht definiert. Die legalen Drogen werden als gut, einigermassen gesund, auf jedem Fall wertvoll und notwendig dargestellt - ihre Gefahren nimmt man bedenkenlos in Kauf -, während jene anderen alle Merkmale des Minderwertigen aufweisen. Das alte, kaputte Spiel also, hier in seiner Alkohol-Arier- und Haschisch-Juden-Version.
Von der Massenbeeinflussung
Denjenigen, die zu diesem Vergleich keinen Zutritt finden, sei es noch gesagt, dass es leicht ist, die Intensität einer Massenhysterie zu verkennen. Der Zustand des Massenwahnes ist eben dann erreicht, wenn - fast! - alle an das Eine glauben. Auch während der Hexenverfolgungen war nicht nur das Volk, sondern gar der scharfsinnigste Richter, ja die angeblichen Hexen selbst, von einer real gegebenen Schuld überzeugt. Alles hängt vom Aufwand ab, mit dem eine Idee, eine bestimmte Ansicht der Dinge, an das Publikum weitergegeben wird. Je impertinenter die Obrigkeit (das heisst die Politiker mitsamt ihren Tatgenossen Medien und Wissenschaftlern) das Volk `aufklären` (= beeinflussen), umso weniger Chancen hat dieses, sich ein klares Bild von der Realität zu machen.
Um den Kern des Problems zu erfassen, bedenke man nur die Beeinflussung des Volkes, die heute bezüglich der bestimmten Drogen betrieben wird. Mit der gleichen Penetranz, mit der gestern die Obrigkeit das Volk gegen Juden hetzte, hetzt sie es heute gegen verbotene Substanzen. Wo gestern Goebbels `unerbittliche, kalte Härte` gegen Juden forderte, verlangt heute Kohl `keine Gnade` gegenüber Drogen(-usern und -händlern); wo gestern der Stürmer seine hassentstellte Lügen spie, schäumt heute der Spiegel in einer wahren Drogenraserei; wo gestern `Jud Süss` seine bösen Samen säte, da wütet heute ein rauschgiftfahndender Kommissar Schimpanski in all seiner verhängnisvollen, dissozialen Primitivität...
Das Resultat ist freilich identisch: genauso wenig, wie man gestern eine Chance hatte zu begreifen, dass Juden auch nur Menschen sind, weder besser noch schlechter als die aus anderen Nationen, so fällt heute niemanden auf, dass der Mensch, der Haschisch, Kokain oder auch Heroin zu sich nimmt/damit handelt, weder ethisch noch ästhetisch, weder rechtlich noch medizinisch, weder sozialpolitisch noch kulturell etwas anderes tut als der, der sich mit Tabak, Tabletten oder gar Alkohol voll stopft/damit handelt.
Man hat immer noch Schwierigkeiten, die Parallelen einzusehen? Aber natürlich hat man! Darauf will ich gerade hinaus: wer mitten in einer Massenhysterie steckt, hat kaum Chancen, die Vorgänge als solche zu erkennen. Hätte man gestern die Deutschen auf die unübersehbaren Parallelen zwischen dem Hexenwahn und Judenhass aufmerksam machen wollen, so hatten sie auch echte Schwierigkeiten, diese zu begreifen. Das mit den Hexen, würde man gesagt haben, das war nur schreckliche Ausgeburt einer abergläubischen Hysterie; die Juden jedoch, das weiss jeder, das sagt auch Hitler und alle Goebbels'schen Schnauzen, Wissenschaftler und der Stürmer, die sind in der Tat die Feinde der Menschheit und grosse Gefahr für dieselbe... Man hätte auch das vernünftigste Argument gegen die Judenhetze vorbringen können - niemand hätte das verstanden.
Heute nun begreift man, dass das mit den Juden nichts als menschenunwürdige Hysterie gewesen ist, die Drogen jedoch - die verbotenen Drogen, natürlich, nicht die legalen, die sozusagen `arischen` Drogen -, die sind eine Gefahr für die Menschheit, das weiss doch jeder, das sagt auch Kohl und das Fernsehen, Wissenschaftler und der Spiegel...
Oder ein anderer Aspekt: man weiss, was mit jenen geschehen ist, die sich gegen den Hexenwahn beziehungsweise Judenhass erhoben haben. Solche landeten in der Regel selbst auf dem Scheiterhaufen/in der Gaskammer. Kaum etwas anderes passiert heute jenen, die sich gegen den Drogenfaschismus empören. Der humanen Selbstverständnis der Zeit werden sie zwar nicht umgebracht - nicht physisch, meine ich - doch der Rufmord ist ihnen sicher. Beispielhaft hier jene Verunglimpfungskampagnen, die man gegen Professor Leary oder David Cooper abgezogen hatte.
Da ist auch das Bild besonders interessant, das in der Öffentlichkeit von den Benutzern der illegalen Drogen systematisch aufgebaut wird. Ihr Image weist frappierende Ähnlichkeiten mit dem Bild auf, das auch das Nazisystem von den Juden gezeichnet hatte, das vor allem das Kaputte und Verkommene in den Vordergrund stellt - in der Regel geradezu karikaturhaft überzeichnet, fast ausnahmslos reines Phantasieprodukt -, während auch die auffälligsten positiven Aspekte diebisch unterschlagen werden.
Die Illegalität des BtMG
Nun darf man einer Gesellschaft, die durch beachtliche Leistungen in Mikrobereich der Schöpfung auffällt, keine Dummheit unterstellen - oder?... An der Drogenhetze wird darum kein Unvermögen schuldig sein, sich in den verhältnismässig simplen Relationen zurechtzufinden - zwischen Alkohol und Hanf, sagen wir.
Es ist mithin eindeutig eine Frage der (politischen) Moral, wenn sich die Gesellschaft unter dem Motto `Meine Droge gut - deine Droge kriminell!` vereinigt; einer Doppelmoral, natürlich. Begeht ein Mensch, der Alkohol trinkt, damit keine asoziale, gemeingefährliche Handlung, dann darf man auch die Menschen, die sich mit anderen (zumal vielfach harmloseren) Drogen abgeben, keinesfalls als asoziales Pack verfolgen und sie zwecks `Schutzes` der `wehrlosen Gesellschaft` vergewaltigen. Wenn niemanden im Traum einfällt, den Gastwirt für den Tod des Säufers beziehungsweise den Apotheker für den Tod des armen Tabletten-Schluckers verantwortlich zu machen, dann outet sich jeder als denkunfähig oder als faschistischer Hetzer, der den Heroindealer für den Tod des Junkies verantwortlich macht. Und wenn die Gastwirte und Bierbrauer, Winzer und Schnapsbrenner für ihre `Verdienste um die Menschheit` mit Orden bedacht werden, während Heroindealer, Kokainschmuggler und selbst die Haschischraucher als `Brunnenvergifter` und `Mörder` von der Gesellschaft isoliert werden, so bedeutet das nicht nur einfache Doppelmoral. Das ist schon brutale Negierung von jeglichen Pluralismus und eklatante Verletzung des Egalitätsprinzips der Demokratie; ein schwerer Verstoss gegen die Habeas Corpus-Akte und geradezu kriminelle Missachtung der UN-Resolution gegen Rassismus; nicht zuletzt blanker Hohn gegen die Selbstbestimmung, die die KSZE-Konferenz für Menschenrechte dem Einzelnen garantiert. Genauso nämlich, wie sich ein Weintrinker zu seinem `guten Tropfen` bekennt, so bekennt sich ein anderer zum Cannabis, und es ist genauso unerhört, ihn deshalb zu verfolgen, als ob man ihn wegen seines Glaubens oder Hautfarbe verfolgen würde.
Da es allen übergeordneten Bestimmungen zuwiderläuft ist das BtM-Gesetz schlicht und einfach illegal. Wie illegal, das ist aus einem beiläufigen Beispiel ersichtlich. Während der Debatte des Europaparlaments bezüglich des Verbotes der Nikotinwerbung, meinte ein bundesdeutscher Parlamentarier: `... wenn wir die Nikotinwerbung verbieten, dürfen wir sofort zur Diktatur zurückkehren!` Also ist blosses Werbeverbot für das Suchtgift, das, wie gleicher Debatte zu entnehmen war, in der EU knappe halbe Million(!) Menschenleben pro Jahr fordert, eine Diktatur; das Verbot anderer Drogen, selbst der, die wie speziell Hanf, für niemanden tödlich sind, ist jedoch die schönste Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit. Man muss zugeben, das das extrem eigenwillige Logik ist - aber: darf man hier überhaupt von Logik sprechen?!
Das BtM-Gesetz ist mehr als eine ungeheure Justiz-Zumutung; es bedeutet schlichtweg den juristisch verklausierten Staatsterror! Auch von der Substanz her. Rechtstechnisch ohnehin äusserst schlampig konstruiert (der Terror lasse sich eben sehr unvollkommen als Gerechtigkeit verbrämen), ist es, schon indem es solch verschiedene Stoffe wie Haschisch, Kokain und Opium als gleichwertige `Rauschgifte` bezeichnet, inhaltlich schlichtweg unqualifiziert und erweist sich schliesslich auch sachlich als haarsträubendes Nonsens.
Denn es sind grundsätzlich zwei Definitionen des Begriffes `Betäubungsmittel` möglich.
Zu einem dürfte man als Narkotika die Substanzen ansehen, die das Bewusstsein ausschalten. Das wären dann die drei bekannten Stoffe: Äther, Alkohol und Opium; Kokain jedoch, LSD oder Haschisch gehörten in diesem Fall keinesfalls dazu - das sind allesamt bewusstseinserweiternde Drogen.
Eine zweite Methode der Narkotika-Definition wäre, sie als die Substanzen anzusehen, die die körpereigene Psychochemie auf welche Weise auch immer beeinflussen. Dann würden aber nebst Nikotin auch Kaffee und Tee Betäubungsmittel sein, zumal sie auch gewisse Abhängigkeit verursachen und nicht grundsätzlich gesundheitsfördernd sind.
Daraus ergibt sich: das BtM-Gesetz ist moralisch verkommen, fragwürdig, schlampig und dumm. Es ist nicht nur ein Verstoss gegen alle guten Sitten, sondern auch gegen alle guten Geister. Denn es ist eindeutig eine politische Konstruktion und an sich weitaus inhumaner (= gefährlicher) als alle Drogen der Welt zusammen.
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