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Wissenschaft und Drogen
Wissenschaft und Drogen - das ist eine Geschichte an und für sich! Gewöhnt, alles in ihre unmöglichen Systeme zu schablonieren, tun es die Herrn Wissenschaftler auch mit den Drogen, diesen chemischen Quellen der Phantasie. Das ist genauso vergeblich und dumm, als würde man das Kinderspiel den Regeln eines Sports zu unterwerfen suchen - Unsinn kommt als einziges Resultat solcher Bestrebungen heraus.
Dass die Wissenschaftler so eindringlich vor der `Rauschgiftgefahr` warnen und gar mit gelehrten und eindrucksvollen Beweisen aufwarten, ist dann schlichtweg belanglos. Ohne hier eine grosse Kritik der Wissenschaft zu versuchen, darf man sagen, dass die Wissenschaft schon ihrer strengen Regulativen wegen in der eher zufälligen Metaphysik des Seins ziemlich deplaziert wirkt- und das ist noch höflich und milde gesagt! Sie funktioniert ja nur auf einer kausalen, das heisst rein praktischen Schiene. Mit den Schöpfungsvorgängen als Mysterium, also im rein geistigen Sinne, hat sie herzlich wenig zu tun, wovon bereits die Ratlosigkeit zeugt, mit der heute die Wissenschaft den eindrucksvollen Resultaten ihres eigenen Wirkens gegenübersteht.
Wegen diesem Mangel an geistigen Gehalt sind die Wissenschaftler - extrem rare Ausnahmen ungeachtet - weder mit den Drogen selbst, noch mit ihrer Bedeutung für die Menschheit, noch mit ihrer Rolle in der Gesellschaft im Klaren: sie missachten eben die Ultraphysik der Drogen. Aber die Ultraphysik ist auch ansonsten ein gravierendes Problem der Wissenschaft, wie das aus einer Äusserung Fichtenaus hervorgeht: “Wissenschaftler (...) der grosses leistete, wo er mit stofflichen Qualitäten zu tun hatte, und überall versagte, wo er vom Menschen handeln sollte.”
Ein anderes Problem der Relation Wissenschaft - Drogen ergibt sich aus dem begrenzten Verständnis der Realität, das die Wissenschaftler sich selbst und der Welt aufgezwungen haben. Um dies zu verdeutlichen reden wir von den nunmehr praktisch ausgestorbenen Indio-Stämmen Südamerikas, die sich mittels Drogen gerne in ein `andere Wirklichkeit` versetzen und fest an diese glauben. Von den modernen Psychiatern werden sie schlichtweg als verrückt angesehen. Diese, die Psychiater, sind freilich auf die, durch die wissenschaftlichen Systeme (die unter anderen auch vom Alkohol extrem tiefgründig bestimmt sind) bedingte Realität - jene gleiche Realität, die Arno Gruen als der `Wahnsinn der Normalität` denunziert - derart dressiert und dadurch schon insofern selbst `verrückt`, da sie sich keine andere (= fremde) Wirklichkeit (= Kultur) vorstellen, geschweige dann akzeptieren können.
Bei allem Respekt kann man sich manchmal auch des Eindrucks nicht erwehren, dass sich manche dieser gelehrten Herren auch über die Sachverhalte auslassen, die sie nicht so ganz überblicken - vor allem wenn's um die Drogen geht. Sie eifern dann dem BtM-Gesetz nach und unterscheiden weder zwischen Euphorica und Phantastica, noch zwischen Inebriantia und Exitantia, und verwechseln Heroin genauso unerbittlich mit Haschisch, wie sie Alkohol und Kaffee verwechseln. Das Musterbeispiel eines solchen Wissenschaftlers zitierte Hans Georg Behr (`Von Hanf ist die Rede`); ein Professor äusserte gegenüber der FAZ, Haschisch wäre nicht ungefährlich - er würde Schluckauf verursachen!
Einen anderen Aspekt des wissenschaftlichen Unvermögens, die wahre Sachverhalte aufzudecken, kommentiert Traven (im `Tanz im Dschungel`) folgendermassen: `Wenn alles, was Nichtraucher und Mucker über die Schändlichkeit des Rauchens erzählen, nur zu einem fünftel wahr wäre, würde die indianische Rasse längst ausgestorben, erblindet oder geistesgestört sein.` Und in der Tat gelten die Postulate der Wissenschaft nur auf streng spezielle Fälle angewendet; allgemein genommen stellen sich die Sachverhalte gerne anders dar - jenen Mittelwert, auf den sich die Wissenschaft bezieht, gibt es in der Praxis überhaupt nicht. Wissenschaft ist eine Beschäftigung mit den Phantomen der Realität.
Ausserdem sind die Herren Wissenschaftler dermassen von den (Forschungs-)Geldern abhängig und soweit zweckgebunden, dass sie weder rational, noch neutral noch objektiv sein können, sondern nach jenem `Wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing!`, nur noch ihren Geldgebern (= Politik) verpflichtet sind. So kommt es - das haben wir nicht alle vergessen! - dass die gleichen Herren, die heute wissenschaftlich die Drogengefahr nachweisen, soeben gestern mit unerschütterlichen wissenschaftlichen Beweisen die Minderwertigkeit der Juden nachgewiesen hatten.
Und schliesslich: auch jenen unter den Wissenschaftlern, denen man die Fairness nicht abzusprechen vermag, kann es passieren, dass sie von dem Zeitgeist dermassen vereinnahmt werden, dass sie gleichsam `nicht wissen, was sie reden`. Man denke etwa an Kepler, der durch monumentale analytische Leistungen auffiel als es darum ging, komplizierte Planetenbahnen zu errechnen, und trotzdem davon überzeugt war, dass sich das Hexen(un)wesen nicht leugnen lasse.
Die Rolle der Justiz
Inzwischen steht es ohnehin fest, dass die Schreckensfama und das völkermörderische Image der Drogen keinesfalls wissenschaftlich begründbar sind. Woher kommen dann diese Gruselstories?
Meines Erachtens dürfen uns die allerschlimmsten Horrorgeschichten über Drogen aus den Gerichtssälen erreichen. Mit dem geistvollen Reichtum der den Drogen entstammenden Phantasie, erzählen die Drogenmafiosi den Richtern wahren Wahnsinn, der selbst die waschechten Zombies erschrecken und dem guten Baron Münchhausen Tränen der Rührung hervorrufen würden. Diese schlauen Delinquenten wissen nämlich, dass die Rechtsvoyere gerne Grausames über Drogen hören, und bereit sind, solche märchenhaften Erzählleistungen bei der Strafzumessung gar wohlwollend zu berücksichtigen. Die Herrn Richter hören gerne Schlimmes über Drogen, weil sie sich dann als wahre Zorros vorkommen, die angetreten sind, das Böse mit Stumpf und Stiel auszurotten. (Nebenbei haben die Herren dann auch keine Gewissensbisse, sich im Dienst der `guten Sache` wieder einmal als Werkzeuge der Politik missbrauchen zu lassen!)
Da wir schon im Gerichtssaal sind, riskieren wir hier eine Abschweifung vom eigentlichen Thema. Um die Hintergründe der Drogenverfolgung von allen Seiten auszuleuchten, ist es unbedingt notwendig, sich mit der Justiz zu befassen. Nicht nur mit der Relation Justiz-Drogen, sondern auch mit der Justiz an sich. Man ist nämlich geneigt, sich zu fragen, wenn das BtM-Gesetz nichts anders als ein schwerer Missstand der Legislative ist, wie vorne nachgewiesen, warum tut die Judicative nichts dagegen? In einem demokratischen System wäre sie nicht nur berechtigt dazu; sie wäre geradezu verpflichtet, jedem sinnlosen und tyrannischen Gesetz den Riegel vorzuschieben. (Und als denkende Wesen sollten die Richter schon den Verdacht schöpfen, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht, wenn bis zu achtzig Prozent der Verhandlungen aufgrund eines Gesetzes erfolgen - oder pflegen unsere Richter nicht zu denken?... Die schiere Masse solches `Kriminals` deutet daraufhin, dass ein solches Gesetz regelwidrig, also selbst eine kriminelle Angelegenheit ist.) An sich ist das richtig und eben die Tatsache, dass die Justiz diese Funktion nicht wahrnimmt, entlarvt ihre Position innerhalb des Systems: sie fungiert keinesfalls als Kontrollinstanz der Legislative, sondern dient dieser bei der Absicherung der gemeinsamen Machtansprüche als ergebene Magd.
Und in der Tat! Man muss sich nur jene hasserfüllten oder inkompetent-unqualifizierten, also schlichtweg dummdreisten Tiraden anhören, die nicht nur die Drogen-Sachverständiger, sondern auch die Herren Staatsjuristen (nicht selten mit den prächtigen Alkoholikerknollen im Gesicht(*)!) während der Drogenprozesse von sich zu geben pflegen, um zu begreifen, wie tief diese, angeblich demokratische, angeblich humane, Gerichtsbarkeit im Dienst der Politik und somit im Drogenfaschismus steckt, wie sehr es ihr an der Rechtsmoral mangelt. Da geht es mitnichten um Aufdeckung der wahren Sachverhalte, also um die Gerechtigkeit an sich; was man bezweckt ist einzig, die formaljuristischen Prinzipien aufrechtzuerhalten, das blosse Funktionieren der Gesetze zu gewährleisten, ohne Rücksicht auf die rechtliche Substanz derselben Gesetze. Darum darf man in aller Klarheit und aller Schärfe behaupten: im Drogenfaschismus ist die heutige Justiz genauso der unentbehrlicher Faktor, wie die gestrige es im Faschismus des 3. Reiches gewesen ist.
*Wie unter höheren Berufen durchaus üblich, so gibt es auch unter Richtern und Staatsanwälten erstaunlich viele Alkohol-Junkies - irgendwie muss man ja das Gewissen betäuben! Das hat sich schon Heine zusammengereimt:
Alle tollen Postulate also, auf denen die demokratische Justiz aufgebaut ist, sind kaum des Papiers wert, auf dem sie dargelegt werden. “Das Recht ist der Inbegriff der Bedingungen, unter denen die Willkür des einen mit der Willkür des anderen nach einem allgemeinen Gesetz der Freiheit vereinigt werden kann.” definiert Kant die Justiz, doch an diese Idealität reicht die Praxis nicht im Entferntesten heran; wie man es dreht und wendet - immer ist die Willkür jener, die die Justiz installieren, mehr rechtens, als die des Objekts derselben Justiz.
Dieser Missstand, dass die Justiz mit einem wirklichen Recht, mit einer Gerechtigkeit bessergesagt, nicht im Entferntesten etwas zu tun hat, ergibt sich aber aus dem Wesen der Justiz selbst. Das, was man so irrig Rechtsprechung nennt, ist nichts anderes als Macht-Sprechung. Hobes erkannte die Justiz als ein `Instrument der Macht` und das ist ihre beste und einzig zulässige Definition. Seit etwa fünf Tausend Jahren, seitdem der Begriff des Rechts kanonisiert wurde und organisierte Justiz die, auf dem Gewohnheitsrecht basierende lokale (= den Menschen angepasste) Rechtsauffassung abzulösen begann, nahm sie eine einzige Aufgabe wahr: die Menschen in die Modelle zu pressen, die das jeweilige System vorschreibt, und die seinem Bestand und seiner Erhaltung am zweckmässigsten sind.
Mit besonderer Deutlichkeit ist dies bei den gelegentlichen Systemwechsel sichtbar, wo der Justizapparat, der noch gestern im Sinn des alten Systems agierte, quasi über die Nacht neue, in der Regel entgegengesetzte, Kriterien erwirbt, und sich als Ausleger der Korrelaten betätigt, die er noch gestern mit äusserster Brutalität bekämpft - oder, vornehm ausgedrückt: bestraft - hatte. Obwohl er im alten System als hauptverantwortlicher Faktor für die Durchsetzung der Ideologie auch mit den grössten Sünden behaftet war, tut das insofern kein Abbruch, weil das neue System den Apparat einerseits braucht (um das eigene Modell durchzusetzen) und anderseits der Apparat zu einer, genauso begeisterten, Mitarbeit unbedingt bereit ist. Darum verzieh die junge deutsche Demokratie dem Justizapparat des 3. Reiches seine eindeutig faschistische, im Rechtssinn kriminelle Betätigung, und übernahm all jenen Kollegen Freislers in die Strukturen des neuen Staates, wo sie nun genauso bedingungslos hinter den so genannten `demokratischen` Postulaten standen, wie sie gestern den Nazi-Herren gedient hatten. (Identisches gab es auch infolge des Machtwechsels im Ostblock zu beobachten, wo jene gleichen Richter und Staatsanwälte mit gleicher Hingabe über die bisherigen Herren herfallen, in deren Auftrag sie gestern gewütet haben.) Ob sich die Herren also ändern, bleibt belanglos: die Instrumente der Rechtssprechung, das Verständnis der angeblichen Gerechtigkeit ändert sich nie - sie dienen ja nur der Anpassung, gegebenenfalls auch der Vergewaltigung im Sinn der vorherrschenden Idee.
Im eigentlichen Sinn entlarvt eben die Praxis des Rechtspositivismus die Demokratie als Unrechtstaat an sich. Denn das sture halten am Gesetz ist beim näheren Hinsehen mit den demokratischen Spielregeln nicht zu vereinbaren. Die Rechtsprechung, die sich - schon zwecks der `Gleichheit vor dem Gesetz`, um es mit böser Ironie zu sagen - stur an dem orientiert, was von einem gesetzgebenden Körper für Recht erkannt und als solches niederlegt wurde, bedeutet zwangsläufig Rechtsprechung aus einer speziellen Sicht - und man braucht kaum einer haschischaufgepowerten Phantasie, um sich vorzustellen, aus wesen Sicht. Die Interessen derjenigen, an denen dieses so genannte `Recht` ausgeübt wird, müssen in solcher Konstellation unberücksichtigt bleiben: sie sind ja der `unangepasste Faktor`, der gegen die höheren Interessen verstiesst, darum müssen sie gebeugt werden, bis sie (sich an)passen. Die Demokratie ist entgegen der landläufigen Meinung nicht minder rechtsbeugend als jede andere x-beliebige Tyrannis - jede politische Organisation der Menschen muss tyrannisch sein. Vor allem wenn sie stur darauf besteht, die verordnete Gleichheit der Menschen zu währen; da müssen die Ungleichen angepasst (= vergewaltigt) werden.
Mit solchen Juristen und solcher Rechtspraxis beschäftigt sich Ingo Möller (in `Die furchtbaren Juristen`). Doch wenigstens was es Drogen angeht strafen die Staatsjuristen die Worte Lügen, mit welchen er sein Buch abschliesst und die eigentlich Mut machen sollen. Er schreibt: “Inzwischen gibt es in der Bundesrepublik... auch Ansätze zu einer neuen Rechtskultur...” Es zeigt sich: “... dass auch hierzulande mittlerweile wieder Juristen tätig sind, die sich dem Rechtsgedanken und nicht der Staatsautorität verpflichtet fühlen.”... Nun, vielleicht geben sich manche Juristen derart liberal, wenn es um die Rechtssachen mit dem Hintergrund der `gewöhnlichen` Kriminalität geht; was es jedoch die Fälle angeht, die versteckte politische Dimensionen aufweisen, wie eben die Drogenprozesse, dann fühlen sich die Herren eindeutig nur ihrer Karriere verpflichtet, was besagt, dass sie unbedingt staatskonform bleiben.
Dabei hätten die Richter und Staatsanwälte einwandfreie Legitimation, nach Massstäben vorzugehen, die ohne weiteres das Prädikat `rechtens` tragen könnten. Ich meine: schon Herodot lobte jenen, die die Vernunft dem Recht vorziehen... Aber auch manche moderne Rechtstheoretiker bezieht die Positionen, die mit einem Rechtspositivismus nichts gemeinsam haben. Ein Beispiel hierfür wäre Prof. Dr. Bernd Rüthers, Ordinarius für Rechtstheorie an der Universität Konstanz, der (in `Wir denken die Rechtsbegriffe um`) neue Formen und Ziele der Gerechtigkeit ausmacht: “Der Jurisprudenz erwachsen kritische Aufgaben. Sie hat die politischen Elemente erkennbar und bewusst zu machen, Scheinargumente auszuräumen und die Offenlegung der realen rechtspolitischen Beurteilungsmassstäbe zu erzwingen. Sie hat den Machthunger der jeweils herrschenden Ideologien an die Dogmatik eines möglichst widerspruchsfreien Systems zu binden.”.
Angesicht des explodierenden Umfangs der Drogenverfolgung wäre es in der Tat die höchste Zeit, dass sich die Herren Staatsjuristen solche Worte zu Herzen nehmen, dass sich die Rechtssprechung ohne Rücksicht auf das faschistische Hetzegeschrei der Politik den Realitäten anpasst. Sobald dies geschehen wird auch die Gesetzgebung, die mit den Schwachsinnskonstruktionen wie BtM-Gesetz ohnehin zugibt, dass sie an ideologischem Skotom leidet, daran orientieren müssen. Ansonsten aber bleibt nur noch die Hoffnung, dass sich aus der Feststellung Nietzsches “Die Strafe hat den Zweck, den zu bessern, welcher straft.” irgendwann einmal Konsequenzen zeigen - genug `strafen` tun ja die Herren Richter.
Nun ja! Vorgestern vergewaltigten sie Hexen, gestern Juden, heute vergewaltigen sie Haschischraucher und morgen werden sie wieder nur ihre `heilige Pflicht` getan haben wollen - wetten dass!... Ob diese faule Ausrede aber morgen noch zünden wird, ist eine andere Frage. In seiner historischen Rede stellte Herr von Weizsäcker fest, dass es keine kollektive, sondern nur individuelle Schuld gibt. Also wird sich morgen kein Richter oder Staatsanwalt hinter dem Gesetz verstecken dürfen und behaupten, er habe die absolut unschuldige Menschen nur deshalb für Jahre eingekerkert, weil sie im Lichte eines Gesetzes, das auch für den juristischen Laien ohne weiteres als rassistische Zumutung erkennbar ist, schuldig gewesen sind. Nicht nur die gewöhnlichen Bürger, auch die Herren Richter und Staatsanwälte haben aufzupassen was sie tun, haben zu denken; das Geschrei der Politiker sollte sie kalt lassen. Andernfalls machen sie sich selbst - schuldig. Und auf dieser Schuld wird man morgen bestehen! Herren Staatsjuristen gehören ein für alle Male belehrt, dass nicht einmal sie das Volk vergewaltigen dürfen!
Von der Drogenpolitik
Nun haben wir aber nach und nach alle möglichen Einwände gegen Drogen auf ihre Stichhaltigkeit überprüft und sie als Manipulation, Mystifikation, Vorurteil oder als blanke Lüge verwerfen müssen. Was noch verbleibt, wäre das Motiv für diese Massenhysterie in der Politik zu suchen.
Das ist keinesfalls so abwegig, wie es auf den ersten Blick erscheint - eine Massenhysterie ist grundsätzlich ein Politikum; das belegt die Judenverfolgung am deutlichsten. Zudem lernt uns die schmerzvolle Erfahrung aus der knapp Fünftausend Jahren langen Geschichte der geschriebenen Rechtsbräuche, dass die Wurzeln eines Gesetzes, die mit Logik partout nicht zu ergründen, auf jedem Fall in der Politik zu finden sind. Im Fall Drogen ist das noch eindeutiger. Da kann es sich nämlich um keine sozialen Absichten handeln, da liegt eindeutig eine politische Relevanz zugrunde, wenn die Benutzer eines Todesrauschgiftes andere, vielfach auch harmlosere Drogen bekämpfen und verfolgen. Weiter aber zeigt die Kulturgeschichte der Drogen jedes Verbot einwandfrei als Resultat der politischen Überlegungen. Von jenem Prohibio, das der altpersische Prophet Zarathustra über Haoma verhängte, weil er dadurch hoffte, die geheimen Männerbunde unter Kontrolle zu bekommen, bis zur Alkoholprohibition in den USA (deren Ziele erstaunlich ähnlich waren, nämlich, die einflussreichen Frauenverbände als Wählerpotential zu gewinnen) - überall hatte die profane Politik ihre skandalös-dreckige Finger im Spiel.
Welche tolle humanitäre Motiven man als Prohibitionsgrund auch vorschiebt, und wie mannigfaltig die wahren Gründe der Drogenverbote nur sein mögen, kann man darüber zwei unfehlbare Feststellungen machen.
Erstens: die Prohibition ist mitnichten sozial begründbar - wäre sie das so würde man zuerst den Alkohol verbieten müssen, das asozialste Rauschgift überhaupt. Zweitens: also sind die Verbote ausschliesslich aus politischen Überlegungen ausgesprochen - entweder aus ganz profanen, wirtschaftspolitischen, oder aber aus den reinsten machtpolitischen Interessen.
Von den Hintergründen des BtMG
Um diese machtpolitischen Gründe der Drogenverfolgung zu begreifen, müssen wir uns mit den Anfängen der Prohibition beschäftigen. Wie kam es überhaupt zur globalen Drogenächtung?
Bis in die zwanzigen Jahren dieses Jahrhunderts waren bekanntlich sowohl Opium und seine Derivate, wie auch Kokain und Haschisch, zwar von den Frömmlern, Puritanern, Bigotten, Ignoranten und anderen Beschränkten scheel angesehen, von lokalen und temporären Verboten abgesehen jedoch frei verkäuflich. Erst nach dem 1. Weltkrieg fand man es plötzlich nötig, die Drogen - interessanterweise ausschliesslich die aus der so genannten 3. Welt stammenden - zu verbieten. Wieso das?
Wie viele andere unsinnige Unsitten, mit welchen sich moderne Gesellschaft zu plagen hat, kommt auch diese unverschämte Zumutung aus den USA. Dort entstanden die Drogenverbote zunächst der Angst vor dem Fremden. Für solche Angst waren die Staaten seit ihrer Besiedlung durch die puritanischen Pilgrims ein extrem empfindlicher Boden - nicht zufällig sind dortige Ausbruche der Massenhysterie äusserst berüchtigte Angelegenheit. So erlebten die, in Europa bereits abgeklungenen, Hexenverfolgungen in Neu England eine schreckensvolle Renaissance, und auch die Kommunistenhetze unter McCharty lasse sich in der Qualität ihrer Tragik ohne weiteres mit den Judenpogrommen der Nazis vergleichen.
Hierzu kommt noch die Tatsache, dass die moderne Demokratie ein Ami-Produkt ist. Darum ist auch der moderne Demagoge, der Prototyp des demokratischen Politikers, eine rein amerikanische Erfindung. Mittels Medien manipuliert er die Massen, indem er ihnen ein `Erkenntnis` impliziert, und sie durch ständige Wiederholung zu der seelischen Identifikation mit diesem Erkenntnis zwingt, das heisst dermassen emotionalisiert, dass es ihm ohne weiteres möglich ist, die Massen im Dienst an dieser Idee zur Hysterie, Raserei und Amok aufzupeitschen.
Natürlich ist ein Demagoge umso erfolgreicher, je umfangreicher die Masse ist, die er mit seinen Machtwahnvorstellungen anzustecken vermag. Darum sucht sich jeder Demagoge `lohnende Objekte`, gegen die er den Hass der Massen lenken könnte, um diese Massen für sich als Wahlvieh zu verpflichten. Das Schüren von gesellschaftlichen Hass erleichtert das Regieren; die hasserfüllten Massen sind leichter zu lenken, was bereits von Goebbels deutlich vorexerziert wurde. (Dadurch ist dann auch die Doppelmoral leicht erklärbar, die hinter dem Drogenwahn wie hinter jeder anderen Massenhysterie steckt. “In einer Welt des Hasses ist eine Doppelmoralnotewendig.” meinte der slowenische Philosoph Vitomil Zupan.)
Das waren die politischen Voraussetzungen, die die Masseneinwanderer Ende des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts in den USA vorfanden. Zu der Zeit kamen besonders viele Chinesen, sowie Mexikaner und übrigen Lateinamerikaner, um in den Staaten ein Überleben zu suchen. Vor allem auf dem Arbeitsmarkt traten diese Massen zunehmend als lästige Konkurrenz in Erscheinung, was zur wachsenden Unzufriedenheit bei den alteingesessenen Amerikanern und europäischen Einwanderern führte.
Natürlich registrierten die Demagogen mit einer seismographischen Sensibilität diese Unzufriedenheit; wer sich profilieren wollte, brauchte die Situation nur ausnutzen. Es galt also, diese Völkergruppen zu stigmatisieren und zu Sündenböcken zu erklären, was auf den ersten Blick etwas schwierig erscheint: die Demokratie und der so genannte `Rechtsstaat` erlauben keine Verfolgung aus rassistischen, religiösen oder politischen Gründen. Der Demagogen verblieb immer noch die Möglichkeit, das abweichende Verhalten dieser Gruppen anzugreifen, um sich bei den Wählern einzuschmeicheln. Ihren Drogenkonsum etwa, der sich, da diese Menschen aus fremden Kulturkreisen stammten, von dem der weissen Bevölkerung stark unterschied. Die Latinos gebrauchten Marihuana und Koka, die Chinesen Opium. Ausserdem bot sich hier auch fabelhafte Gelegenheit, den verhassten `Niggers` eins auszuwischen, denn die grundsätzlich arme Schwarzen, die sich kein Alkohol leisten könnten, rauchten billiges, selbstangebautes Marihuana...
Was für die Drogenverbote nicht minder von Bedeutung war: sehr schnell bekamen die Bosse im Benehmen jener unliebsamen Einwanderer allerlei Merkwürdigkeiten mit, die sie - wohl rein instinktiv, doch absolut mit recht - den Drogen zuschrieben, die jenen benutzten. Nicht etwa, dass durch diesen Drogenkonsum die Leistungsfähigkeit mehr litt, als sagen wir beim Konsum von Alkohol. Einzig zeigten diese Menschen eine ausgeprägte Scheu vor Anpassung. Eine schreckliche und im Grunde unverzeihliche Sünde in einer Gesellschaft, die nur durch die Unterordnung in die vorgegebenen Strukturen am Leben erhalten wird. Kein Wunder also, dass die, ohnehin unheimlichen fremden Drogen, aus Angst, das heisst aus dem rationalisierten Gefühl einer tiefen moralischen Verpflichtung verfolgt wurden. Mit den Drogenverboten relativierte man also politische Probleme und etablierte gleichzeitig Sündenböcke, die angeblich die Probleme der Gesellschaft bedingen.
“Ähnliche Mechanismen lassen sich auch in Europa in den sechziger Jahren finden, als sich öffentliche Cannabiskonsum in der `flower-power`-Bewegung mit sozialen Verweigerung und in den 68er-Bewegung mit politischem Widerstand zur Stigmatisierung dieser für den Wirtschaftswachstum, respektive die politische Stabilität als Bedrohung erlebten Gruppierungen anbot.” schreibt J. Nelles in `Sucht in der modernen Gesellschaft`, und weiter: “Auch heute noch erwies sich Drogenkonsum als wirksames Instrument zur Stigmatisierung und Ausgrenzung von Minderheiten, vor allem gegenüber jugendlichen `Aussteigern` aus der Gesellschaft.”
Das wichtigste aber an der ganzen Sache blieb die Rolle der Sündenböcke, die verfemten Fremden zu spielen hatten. Jede Gesellschaft bisher - und das wird sich wohl nicht so schnell ändern - hatte Sündenböcke nötig, die zum Ausleben der sozialen Unzufriedenheit herzuhalten hätten. Dank der mystischen Dimension der Drogen aber sind diesbezügliche Sündenböcke geradezu ideal, um sie den Löwen zum Frass vorzuwerfen und als Katalysator der gesellschaftlichen Aggressivität einzusetzen. Da in einer medial geprägten Gesellschaft alle sozialen Phänomene ein eigentümliches Eigenleben zu entwickeln pflegen, hatten US-Demagogen mit der Drogenverfolgung schnell erstaunliche Resultate vorzuweisen. Dank solchen `guten` Erfahrungen verwundert es kaum, dass es den USA, die sich im 1. Weltkrieg zur führenden Weltmacht und selbsternannten Weltgendarm gemustert hatten, die Prohibition global durchzusetzen gelang.
Dabei gingen die Amis, wie das schon ihre Art ist, keinesfalls zimperlich vor. Überall, wo man ihre `Argumenten` gegen Drogen nicht akzeptieren wollte, ergaben Kauf von Regierungen, Erpressung und Gewaltandrohung die Tagesordnung der Drogenpolitik. Besonders die südostasiatischen Länder wurden hart rangenommen, deren ganze Kultur auf Opium basiert, sowie die Moslem-Staaten, die sich nicht vorstellen konnten, auf Haschisch zu verzichten. Dollars also, Kanonenboote, manch einseitiger Kompromiss und nicht zuletzt die angelaufene Massenpropaganda vereinigten schliesslich die Welt in einem beispiellosen Massenwahn.
Gehen wir etwas näher auf die Argumente ein, die USA als Grund für das Verbot jener Drogen den anderen Staaten angeboten hatten. Vor allem in der westlichen Welt, wo Extremverführung der Massen seit jeher an der Tagesordnung war, kamen diese Argumente sehr gut an. Vorhin wurde die mangelnde Anpassungsbereitschaft der Benutzer bestimmter Drogen erwähnt. Sie entstammt der Erkenntnisfähigkeit, die solche Drogen ihren Benutzern verleiht. Die Halluzinogene und Psychotropika sind an sich die Negation der Macht, weil sie Erkenntnis fordern und somit die Manipulation vereiteln. Daraus ergibt sich der reinste Hintergrund für die Verfolgung solcher Drogen: mit jedem neuen Haschaschin geht der Obrigkeit ein Untertan potentiell verloren. “Die Halluzinogene und Cannabis, psychotropische Drogen,... modifizieren den psychologischen Tonus und machen zur revolutionären Aktion bereit.” schreibt Jean Luis Brau. Und Gunter Amend ist noch deutlicher und weist nach, dass der so genannte `Drogenproblem` nur ein ”... Instrument der politischen Disziplinierung...” ist. Und weiter: “Man setzte die (...) Drogensubkultur mit der politischen Protestbewegung gleich und benutzte diese Gleichsetzung um die politische Bewegung zu diffamieren.”.
Damit haben diese Autoren den wichtigsten, den wahren Grund für die bestialische Verfolgung der Benutzer dieser Drogen ausgemacht. Auch die Gegenprobe beweist das: Alkohol, das reinste Todesrauschgift, das den Geist benebelt und der Erkenntnis vorbeugt, ist erlaubt - die Menschen mit vom Alkohol zerstörten Gehirnen sind besonders verwendungsfähige Untertanen.
Hinzu kommen noch die, bereits erwähnte wirtschaftspolitische Gründe: Alkohol, Pharma-Drogen und Nikotin stehen ausschliesslich unter der Verteilkontrolle der 1. Welt: USA, Europa und Japan verdienen daran. Darum gelten sie als sozial unbedenklich, als sozusagen harmlos, während alle Drogen der 3. Welt - und auch harmloseste unter ihnen - als asoziale und gefährliche Rauschgifte gelten, gegen die man mit äusseren Mitteln vorgehen muss. (Auch ein kolumbianischer Politiker erkannte das: den USA, meinte er, geht es mitnichten um die moralische Seite der Drogen; die Amis wurmt einfach, dass die Dollars in die falsche Richtung fliessen - von Nord nach Süd.)
Die Korrelation ist viel zu auffällig, um ein Zufall zu sein: eindeutig haben die Imperialisten auch auf dem Drogengebiet die Entwicklungsländer wieder einmal aufs Unverschämteste übers Ohr gehauen. Die Imperialisten verbieten die Drogen aus der 3. Welt, um auf dem extrem einträglichen Drogenmarkt genauso konkurrenzlos dazustehen, wie sie etwa auf dem Technlogiemarkt ohne Konkurrenz sind. Die Korrelation ist gar so deutlich, dass es unnötig ist, über die politische Relevanz des BtM-Gesetzes noch weiter zu reden. (Man dürfte sich noch höchstens über die väterliche Güte des Christengottes mokieren, der das alles so wunderbar weise eingerichtet hatte und seinen Kindern derart feine und tolle und humane Genussmittel geschenkt, während er die dummen Nigger, verkommenen Kanaken und anderen gottlosen Abschaum mit jenen schrecklichen Rauschgiften bestrafte.)
Drogenverfolgung als Beschneidung der Freiheit
Man muss aber unbedingt etwas über die Folgen solch einer infamen und faschistischen Drogenpolitik sagen: mit den Drogen wird auch die Freiheit eingeschränkt. Das Drogengesetz dient der Politik als Instrument der Demontage des Rechtsstaates. Das BtM-Gesetz wird zum Testfall für Verwässerung der Menschenrechte. In seiner Folge werden die Gesetze verabschiedet, die auch sonstige persönliche Freiheiten auf gefährlichste einschränken. Man denke nur an jene Giftkröte von Kronzeugenparagraph, oder an das Aushöhlen des Bankgeheimnisses. Oder ein von den heiligsten Grundsätzen des Rechtsstaates, der die Beweislast ohne Ausnahme der Anklage aufbürdet, auch der wurde gefährlich ausgehöhlt. Eine Umkehr der Beweislasten, wie sie der profilierungssüchtige Chef der GdP H. Lutz gefordert hat, gibt es zwar nicht - noch nicht! - doch befindet man sich eindeutig auf dem Weg dorthin: die Beweisanforderungen sind deutlich gesenkt. Als folge davon genügt - just wie im Mittelalter oder in den totalitärsten Systemen - bereits eine primitive Denunziation, um jemanden ohne irgendwelche feste Beweise jahrelang hinter Schloss und Riegel zu bringen! Was im Normalfall einen schweren Justizskandal verursachen würde, akzeptiert die drogenhysterische Öffentlichkeit ohne weiteres.
Nichtdestominder wichtig: jene Polizeiheere, die angeblich da sind um die `Rauschgiftgefahr` zu bekämpfen, die werden auch in den Situationen nützlich sein, wo es darum gehen wird, einen himmlischen Frieden abzusichern.
Von der Drogenaufklärung
Das alles sind die Tatsachen, doch in einer Gesellschaft, die es darauf angelegt hat, als aufgeklärteste, toleranteste und humanste der Geschichte zu gelten, zählen die Tatsachen nicht. Die Gesellschaft akzeptiert Alkohol trotz aller seiner negativen Eigenschaften, weil er offensichtlich auch seine guten Seiten hat, billigt aber merkwürdigerweise solche guten Seiten anderen Drogen nicht zu - sie sind nur und grundsätzlich schlecht! Dabei sollte sich heutzutage jedes, auch halbwegs denkfähige menschliche Wesen bewusst sein, dass es in der Welt nichts gibt, was an sich schlecht wäre (- nicht einmal die USA sind nur und grundsätzlich zu verdammen!). Alles ist sowohl als auch und jede einseitige Darstellung erfolgt entweder kraft der Dummheit oder aber der Lüge. Von jedem Ding sind (mindestens) zwei sich widersprechende Urteile möglich. In Fällen, wo nur eine Ansicht zum heiligen Dogma postuliert wird, betreibt man bereits Hetze in Bezug auf andere, genauso zutreffende Ansicht des Dinges.
Von solchen pluralistischen Ansichten ist die heutige Gesellschaft aber noch weit entfernt. In diesem Stil ist auch die so genannte `Drogenaufklärung`, die sie betreibt, eine recht einseitige Angelegenheit und nur unschwer als mörderischste Hetze aller Zeiten zu entlarven. Derart massiv, penetrant und pervers wurde noch nie in der Geschichte und gegen niemand sonst gehetzt - Drogen als Überteufel?! Die, wie üblich inkompetenten aber redegewandten Politiker, verkaufen vor allem auf diesem Gebiet ihre leere Schprachschablonen als Denken. Und was Homer behauptete `Viel ja lügen die Sänger!` so ist das nur verzeihlich, er hat die modernen Politiker nicht gekannt; angesichts dieser wird jeder antike Sänger wie ein kleines Mädchen rot vor Verlegenheit.
Dann die Dummheit der Medien-Fuzzies die `über` (= gegen) Drogen berichten! Wäre sie nicht so gemein-gefährlich, wäre sie nur zum Wiehern... Man analysiere nur einige Ergüsse solcher verantwortungslosen Schmierer - schon hat man Rezept heraus, nach dem solche dreisten Primitivitäten komponiert werden. Man nehme: eine Handvoll abgestandene Vorurteile; beschreibe eine `typische Drogenkarriere`; gebe ein paar dunkle, mystisch und gefährlich klingende Schlagwärter hinzu, die gerade in der Szene in sind; lasse einen, wohl von vielem Alkoholverbrauch geistig minderbemittelten Rauschgiftfahnder zu Wort kommen, der über die Drogen exakt nur jenen Schwachsinn wiederzugeben weiss, den man in sein Minihirn eingetrichtert hatte; garniere den ganzen Schmarrn mit dem Foto eines `Rauschgiftopfers` (vorzugsweise weiblich, mit bis zum Hals hochgezogener Bluse - damit man die Einstiche gut sieht, versteht sich) - schon hat man wieder eine, himmelschreiendstupide Nullacht/Vierzehn-Hetze vom Stapel gelassen.
Und so was nennt man dann DROGENAUFKLÄRUNG!
Und die Emotionen, die schäumen!
Diese smarten Allroundjournalisten, die über die Drogen gerade die Vorurteile kennen, die ihre genauso uneingeweihte Kollegen vor ihnen verzapft haben, heizen dem Publikum - `wie von einem drängelnden Dämon getrieben` (um eine Formulierung Lucans zu gebrauchen) mit der angeblichen apokalyptischen Gefahr der `Rauschgifte` nicht minder impertinenter ein, als es einst Nazis mit den angeblichen Judengefahr taten. Wahre Sintflut der Drogenmeldungen ergiesst sich über die Menschheit - so gab es schon in einer einzigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung 10 (zehn!) Artikel über die `Rauschgift-Gefahr`. Man fühlt sich an jene `bubbling machines` von Huxley erinnert, die in diesem Fall gar nicht so leise, aber extrem eindringlich und vor allem ununterbrochen die zu propagierende Glaubenssätze wiederholen. Brave new world?...
Jedes einzelne Heroin-Opfer des BtM-Gesetzes - geredet wird übrigens stets nur von `Rauschgifttoten`, um auch die anderen, nicht tödlichen Drogen, die als Rauschgifte verschrien sind, zu diffamieren - schlachtet man in sämtlichen Medien so genussvoll und spektakulär aus, als wäre die Menschheit, die gerade im Begriff ist, an dem Populationskollaps einzugehen, akut vom Aussterben bedroht. Darum werden die, ins zig- ja hundertfache gehende Opfer der legalen Rausch- und Suchtgifte verschämt verschwiegen.
Pöbelhafte Manieren (die sich, zum Beispiel, in jener, jedem Faschisten zu Ehre reichenden Sprachmonstrosität `Rauschgiftverbrechermafia` widerspiegeln) lösen sich mit einem ungeheuren, naturverachtenden Zynismus ab (der sich etwa im Vergleich der Drogen mit der Atombombe bemerkbar macht). Bodenlose Dummheit ist genauso an der Tagesordnung (ein Satz aus der Stuttgarter Nachrichten: `Wer Haschisch legalisiert, setzt die Droge fast auf eine Stufe mit Alkohol - verharmlost sie.`) wie die schäbigste Demagogie (so redete der Spiegel von `... Alkohol-Kranken und Rauschgiftsüchtigen...` was eine doppeltgemoppelte Unverschämtheit im `besten` Stürmer-Stil darstellt, die zunächst einmal unterstellt, Alkohol wäre kein Rauschgift, und dann noch, dass Alkoholsucht nur eine Krankheit ist, also etwas menschliches und verzeihliches, während die Abhängigkeit von anderen Drogen dagegen ganz elende Sucht sei, also pervers und kriminell, asozial und verabscheuungswürdig). Hirnverbranntes Stammtischgeplapper (`Vergast gehören sie alle!`) mischt sich mit dem knallhart faschistischen Vokabular der Politiker (wie das Verlangen nach der Todesstrafe, die ein gewisser Herr Müller, seines Zeichens CSU-Politiker, von sich gab – das Morden ist des Müllers Lust, wie?). Für jeden Depp, der auf billige Profilierung geil ist, genügt es, sich über die `Rauschgifte` zu empören. Mag sein Gerede noch so vertrottelt und magenumdrehend sein - ein Erfolg ist ihm sicher...
(Noch nicht einmal die Publikationen, die eigentlich über den Zeitgeist stehen sollten, bleiben von der dummen Hysterie verschont. So die Duden-Redaktion, die die etymologischen Wurzeln des Begriffes `Sucht` im Siechtum sucht... Da darf man diesen gelehrten Herren aber ohne weiteres eine sehr seichte linguistische Leistung attestieren! – vielleicht hätte sie tüchtig kiffen sollen, um selbst festzustellen, was man im Rausch SUCHT!...)
So ist es kein Wunder, dass das Volk gegen die anderen Drogen ist. Das Publikum weiss darüber nur das, was ihm `die von oben` so erzählen. Und sie erzählen ihm über Drogen just das gleiche, was sie ihm gestern über Juden und vorgestern über Hexen erzählt haben. Die Antidrogen-Konditionierung ist dermassen lückenlos und perfekt, dass sie vom Publikum als solche überhaupt nicht wahrgenommen wird. Die Welt befindet sich in einem wahren Rausch der Dummheit; es genügt, dass das Reizwort `Rauschgift` fällt und alle flippen aus. Die Hysterie treibt ihre `schönsten` Blüten: da werden Zwölfjährigen von ihren Eltern misshandelt, weil sie in ihrem Zimmer Räucherstäbchen abgebrannt haben, die Mutter bringen ihre kiffende Söhne um, und gar im liberalen Niederland werden die vermeintliche Dealer gesteinigt!... Da werden von den `wohlmeinenden` Richtern halbe Kinder (die sich, übrigens, vor dem samstäglichen Fussballspektakel wie Schweine vollsaufen dürfen) wegen zwei Gramm Haschisch seelisch regelrecht hingerichtet - das ist das wahre Bild des `aufgeklärten Zeitalters` und der `humanen Gesellschaft`. Und jeder sollte wenigstens einmal die Typen von den RG-Dezernaten erleben, wenn sie jemanden verhaften! Ihre Überspanntheit und Hysterie, ihre Dummheit und ihr Geschrei! Beim Anblick ihrer brutalen Umgangs mit den Menschen muss man geradezu daran denken, dass auch die Teile des Hitlerschen Vernichtungsapparats, die sich direkt mit den Juden befasst haben, sich auch am rüdesten benehmen dürften. Mit gleicher hysterischem Eifer suchten einst die Dominikaner, jene scharfen Hunde der Inquisition, nach der Teufelsmalen auf der Haut der Hexen, mit der ihre demokratischen Nachkommen nach den Einstichen auf dem Körper ihrer Opfer suchen (“Einstiche! Einstiche! Wo sind die Einstiche!?!”). Besonders eifrig selbstverständlich, wenn diese Opfer hübsche, junge Mädchen sind.
Kein Wunder, dass die feinfühligeren Menschen von solchartiger Penetranz der so genannten `Drogenaufklärung` angewidert werden. Eine Nachbarin, die selbst zwei Kinder im `gefährlichen Alter` hat, erzählte mir, sobald im Fernsehen etwas über Drogen kommt, macht sie den Kasten aus - sie könne es buchstäblich nicht mehr hören.
Diese ungeheure Hetze wiegt anderseits die Inquisitionszensur auf, die man an den alternativen Meinungen über Drogen ausübt. Jenes `unverbrüchliches Schweigen`, das Nietzsche seinerzeit den missliebigen Themen gegenüber beobachtete, hat sich im Fall Drogen in eine totalitäre Verschwörung des Schweigens verwandelt. So bleibt es ohne Gewicht, dass es Pro-Drogen-Meinungen sowohl gibt, wie auch, dass sie, da sie auf Kompetenz basieren, in der Regel qualifizierter sind als die, auf der Ignoranz und blankem Hass aufgebaute, Meinungen gegen Drogen. Die Kenntnis dieser Alternativmeinungen bleibt auf die Kreise beschränkt, die ohnehin Bescheid wissen; für das bereite Publikum gibt es nur die offiziellen, an allen Tatsachen und aller Ratio, am Denken und Geist, an jeder Toleranz und Menschlichkeit vorbeikonstruierte, schwarzweissmalerische Drogenstürmer-Versionen.
So wird das Mobbing, jener soziale Hass, vor dem sich jede Gesellschaft äusserst hüten sollte, auf die Spitze getrieben. Alle reden von der Umweltverschmutzung - von der geistigen Umweltverschmutzung durch die Politik, von Manipulationen, Mystifikationen, Hetze und Lügen redet keiner. Niemanden gehen die Worte Dostojewskijs nah, der in einem ähnlichen Zusammenhang bemerkte, dass eine Gesellschaft, die solche Erscheinungen gleichgültig hinnimmt, bereits in ihren Grundlagen hinein verseucht sei... Niemanden scheint es anzugehen, dass Konrad Lorenz die Indoktrination der Massen als eine Todsünde der Menschheit (im Klartext also der Politik) begreift. Der grosse Verhaltensforscher bescheinigt der Indoktrination gar satanische Auswirkungen, und zwar dort, wo sie “... ganz grosse Menschenmengen, ganze Kontinente, ja vielleicht die ganze Menschheit in einem bösen Irrglauben vereinigt.”. Das ist im Fall Drogen aber bereits geschehen! Die Drogenhysterie ist in ihrer Ausbreitung nach die schlimmste der Weltgeschichte. Extreme Judenpogromme gab es nur in den Dimensionen des 3. Reiches, Hexen wurden fast ausschliesslich im Herrschaftsbereich der Religion der Barmherzigkeit vernichtet - Drogen jedoch hetzt man auf der globalen Ebene.
Da ist es nur zu grotesk, wenn sich nun die Stimme erheben, die davor warnen, die Grenze der Drogenhysterie zu überschreiten. Da bekommen manche, scheint's, ein schlechtes Gewissen - und kalte Füsse! Zu spät, meine Herren! Die Grenze der Massenhysterie wurde bereits Ende der sechzigen Jahre überschritten, als die SS(Springer und Spiegel)-Kampfpresse die Emotionen hochgehetzt hatte, der sich kein Stürmer zu schämen brauchte. Was Wunder, dass nun sogar jene Teufelslehrling-Politiker, die allmählich begreifen, dass die losgelassene Kräfte bald nicht zu bändigen sind, sich trotzdem nicht entschliessen können, mit dem Wahnsinn aufzuhören - würden sie es nämlich tun, so würden sie nun selbst von ihren Wählern gelyncht.
Was noch alles im zerstörerischen Potential in der Drogenhetze liegt, ist kaum abzusehen. Eine Explosion ist auf jedem Fall zu erwarten, sie ist in jeder Hetze vorprogrammiert. Wie sagte Dem Bach-Zalewski vor dem Nürnberger-Tribunal: “Wenn jahrelang gepredigt wird, dass eine Rasse minderwertig ist und Juden nicht einmal Menschen sind, dann ist eine Explosion dieser Art unvermeidlich.”
Tauscht man die Begriffe `Rasse` und `Juden` mit `Drogen` und `Junkies` aus, so kann einen nur frösteln bei dem Gedanken, was eine Explosion auf diesem Gebiet mit sich bringen kann. Die Gefahr wächst, denn durch das Verschwinden des ideologischen Feindes im Osten und Westen steht man vor der Aufgabe, den auf Feindbilder eingeschworenen Massen einen neuen Feind zu präsentieren. Was liegt hier näher, als die Drogen, die als Menschheitsfeind weitgehend profiliert sind, weiter aufzubauen und sie als Superfeind anzubieten. Am Ende dieser, sich immer schneller und höher drehenden Spirale des Hasses, darf man etwas erwarten, was man bereits erlebt hat - die Endlösung.
Die rückt offensichtlich näher. Die USA eröffneten bereits erste Drogen-KZs und die Überlegungen, mit Bio-Waffen gegen den Koka-Anbau vorzugehen, wäre nur ein allzuschlecht verkleidetes Genozid an der Indio-Bevölkerung Südamerikas, die ohne Koka nicht nur ihre ureigene Droge und ihrer Verdienstquellen, sondern gar ihrer Kulturgrundlage bar wäre(*). Über Horror-Visionen, die solche entfesselten Bio-Anomalien in der ganzen Welt verursachen könnten, wollen wir hier nicht spekulieren - sie dürften jedoch um einiges konsequenter sein, als es die des entfesselten Faschismus gewesen sind.
*Man frage sich nur, was die europäischen Winzer sagen würden, würden die USA ihre Weinberge mit Entlaubungsmittel besprühen.
Auf jedem Fall bleibt es nicht ohne Folgen, wenn solche Möchtegerne-Goebbelse vom Görings' Format mit rhetorischem Schaum vor dem Maul Gnadenlosigkeit predigen.
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